Aktualisiert 22.06.2011 20:31

Kreuzlingen TGViele Deutsche fühlen sich diskriminiert

Über 90 Prozent der in Kreuzlingen lebenden Deutschen fühlt sich dort nicht integriert. Über ein Drittel fühlt sich gar diskriminiert, so eine Studie.

Kreuzlingen: Schlecht integrierte Deutsche. (Keystone)

Kreuzlingen: Schlecht integrierte Deutsche. (Keystone)

Deutsche fühlen sich in der Schweiz weit weniger integriert als andere Ausländer. Das zeigt eine gestern veröffentlichte Studie der Universität Konstanz, für die seit Anfang Jahr 800 Menschen befragt wurden. Demnach fühlt sich nicht einmal jeder zehnte Deutsche in Kreuzlingen gut integriert. 37 Prozent der Deutschen fühlen sich in der Schweizer Grenzstadt sogar diskriminiert. Migranten aus anderen Herkunftsländern dagegen fühlen sich in Kreuzlingen deutlich wohler. Ein Drittel sieht sich sogar als vollkommen dazugehörig.

«Deutsche nehmen in Kreuzlingen eine Sonderrolle ein», heisst es in der Studie. «Sie fühlen sich weniger dazugehörig und orientieren sich stark in Richtung Deutschland.» Dies zeige sich etwa im Einkaufsverhalten oder beim Medienkonsum. Als Hauptgrund für die Ergebnisse bei den deutschen Einwanderern sehen die Wissenschaftler die kurze Aufenthaltsdauer. «Integration braucht Zeit», sagte Markus Freitag, Mitautor der Studie zu Welt online. Während die Deutschen im Schnitt seit fünf Jahren in der Grenzstadt wohnen, leben andere Einwanderungsgruppen durchschnittlich seit rund 25 Jahren in Kreuzlingen. Gemeinderatspräsident Ruedi Herzog zeigte sich auf Anfrage überrascht. Ebenso die Integrationsbeauftragte der Stadt Kreuzlingen, Zèljka Blank. «Damit kann man nicht zufrieden sein.»

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