Community-Fragen zur Impfung - «Viele Falschbehauptungen zur Impfung halten sich hartnäckig im Netz»
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Community-Fragen zur Impfung«Viele Falschbehauptungen zur Impfung halten sich hartnäckig im Netz»

Noch immer herrscht viel Verunsicherung hinsichtlich der Corona-Impfung. Jan Fehr von der Universität Zürich hat für 20 Minuten Fragen von Leserinnen und Lesern beantwortet.

von
Daniel Graf
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Jan Fehr, Infektiologe, Professor und Leiter des Departements Global & Public Health der Universität Zürich, hat sich den Fragen der 20-Minuten-Community gestellt.

Jan Fehr, Infektiologe, Professor und Leiter des Departements Global & Public Health der Universität Zürich, hat sich den Fragen der 20-Minuten-Community gestellt.

UZH
Über 100 Einsendungen innert kürzester Zeit zeugen davon, dass die Unsicherheiten immer noch gross sind. 

Über 100 Einsendungen innert kürzester Zeit zeugen davon, dass die Unsicherheiten immer noch gross sind.

20min/Celia Nogler
Gerade jüngere Menschen wissen teils offenbar nicht, weshalb sie sich impfen lassen sollen. 

Gerade jüngere Menschen wissen teils offenbar nicht, weshalb sie sich impfen lassen sollen.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Im Rahmen der nationalen Impfwoche hat auch der Kanton Zürich noch einmal eine Impfoffensive gestartet.

  • Auf einen Aufruf, sich mit Fragen und Bedenken zur Impfung zu melden, gingen innert kürzester Zeit weit über 100 Fragen aus der 20-Minuten-Community ein.

  • Jan Fehr, Infektiologe der Uni Zürich, und Gabriella Stocker, stellvertretende Chefärztin Geburtshilfe am Triemli-Spital, haben sich den Fragen gestellt.

Weit über 100 Einsendungen innerhalb eines halben Tages zeigen: Zur Corona-Impfung, ihrer Wirksamkeit, möglichen Nebenwirkungen und zu den verschiedenen Impfstoffen sind noch immer sehr viele Fragen offen. Für 20 Minuten hat Jan Fehr, Infektiologe, Professor und Leiter des Departements Global & Public Health der Universität Zürich, diverse Fragen aus der Community beantwortet. Die vielen Antworten sind zur besseren Übersicht in Themenblöcke unterteilt.

Wieso soll ich mich überhaupt impfen lassen?

Dominik Müller: Ich bin 25 Jahre alt und kerngesund. Ich hatte vor zehn Monaten bereits Corona und nur leichte Kopfschmerzen. Wieso sollte ich mich impfen lassen? Corona ist praktisch null gefährlich für mich. Selbst beim Wandern ist die Gefahr grösser, auf der Intensivstation zu landen.

Jan Fehr: Es gibt zwei gute Gründe: Der erste ist nach wie vor der Eigenschutz, den man mit der Impfung nach einer Infektion noch einmal verbessern kann. Auch wenn das Risiko eines schweren Verlaufs mit 25 gering ist, ist ein solcher nicht ausgeschlossen. Dies gilt insbesondere jetzt, wo die aggressivere Delta-Variante wieder stark zirkuliert. Auch Long Covid darf nicht ausser Acht gelassen werden: Mir kommt der Fall einer kerngesunden 30-Jährigen in den Sinn, die seit einer Covid-Infektion schon zwei Stunden nach dem Aufstehen wieder komplett ausgelaugt ist, selbst wenn sie nur zwei Stunden gegangen ist.

Der zweite Grund ist der Solidaritätsgedanke: Wer geimpft ist, gibt das Virus weniger stark weiter (dazu unten mehr). Auch gesunde und wenig gefährdete Personen helfen mit einer Impfung, die Pandemie zu verlangsamen.

Dazwischen gibt es noch einen dritten, persönlichen Grund: Einerseits hat man mit den derzeitigen Regelungen persönliche Erleichterungen, wenn man geimpft ist, da man ein in verschiedenen Ländern akzeptiertes Zertifikat hat. Und man profitiert zudem selbst auch davon, wenn harte Massnahmen bis hin zum Lockdown abgewendet werden können. Aber man muss auch sagen, dass Genesene insgesamt schon einen guten Schutz haben. Die Empfehlung für Sie ist sicher nicht so dringend wie für Menschen, die ungeimpft sind und noch kein Covid hatten.

Anonym: Was bringt die Impfung, wenn sich auch die Leute mit Impfung anstecken und das Virus weitergeben?

Das Risiko, dass eine geimpfte Person eine weitere Person ansteckt, ist mindestens um die Hälfte reduziert, was in der aktuellen Lage absolut entscheidend sein kann. In den ersten paar Wochen nach der Impfung ist man zudem deutlich weniger Überträger.

Laura Müller: Wieso muss ich mich impfen lassen, wenn die meisten Erwachsenen ja bereits geschützt sind, wie die Impfung ihnen verspricht? Dann brauchen sie vor mir doch keine Angst mehr zu haben?

Das Problem ist, dass ziemlich viele Menschen in der Schweiz nach wie vor ungeimpft sind und dass auch bei den geimpften, vor allem älteren Menschen, die Immunität mit der Zeit wieder abnimmt. Sie werden wieder anfälliger für schwere Verläufe. Und auch in den Risikogruppen gibt es noch Ungeimpfte. Nun kann man schon sagen, dass einem das völlig egal ist. Doch in einer freiheitlichen Gesellschaft leben zu können, heisst auch, Verantwortung zu tragen und solidarisch zu sein. Und ganz wichtig zu erwähnen ist, dass auch eine junge Person plötzlich mit Long Covid konfrontiert sein kann.

Wie gut wirken die Impfungen überhaupt und sind sie nötig?

Laura Müller: Wieso sind die Covid Zahlen wieder so hoch wie vor einem Jahr, wo doch so viele Menschen geimpft sind?

Es sind einfach noch zu wenige Menschen in der Schweiz geschützt und die deutlich aggressivere Delta-Variante macht hier auch einen Unterschied. Immerhin gibt es die gute Nachricht, dass steigende Fallzahlen sich nicht gleich eins zu eins in erhöhten Hospitalisationsraten niederschlagen. Dank der Impfung haben wir eine wichtige ‘Abfederung’.

Maria Galadé: Rechtfertigt eine Sterblichkeit von 0,15 Prozent ein Impfzertifikat bzw. einen Impfzwang?

Es ist eine Tatsache, dass dieses Virus die gesamte Gesellschaft lahmgelegt hat. Ich glaube, dass wir dies leider nur zu Gut am eigenen Leib erfahren haben in den letzten 19 Monaten. Zur Sterblichkeit: Es gab eine lange und kontroverse Debatte darüber und mittlerweile ist zweifelsfrei klar: Covid-19 ist keine einfache Grippe, das ist mit Zahlen belegt. Auch wenn die Sterblichkeit zum Glück nicht durch die Decke geht, muss man im Auge behalten: Wenn zig Millionen Menschen krank werden, sind die Todeszahlen trotzdem – in absoluten Zahlen gesehen – relevant. Ich erinnere mich auch an die Bilder der Militärkonvois in Bergamo, welche Tote abtransportierten. So sieht es aus, wenn das Virus auf eine Gesellschaft ohne Schutzmassnahmen trifft.

Zudem lässt sich das anschaulich an der Lebenserwartung ablesen: Seit dem zweiten Weltkrieg ist die durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz immer gestiegen. 2020 war das erstmals anders und die durchschnittliche Lebenserwartung sank bei beiden Geschlechtern.

Ruedi Noser: Weshalb gibt es keine verlässlichen Zahlen vom BAG zu Impfdurchbrüchen?

Es gibt ein Monitoring bei den Kantonen und beim BAG, die Zahlen zu den Hospitalisationen sind gut ausgewiesen. Bei den Fallzahlen ist es etwas schwieriger. Das beginnt schon mit der Frage, wie man einen Impfdurchbruch erfasst: Wenn ein Geimpfter asymptomatisch ist und keinen Test macht, fliesst das in keine Statistik. Um hier eine gute Übersicht zu erhalten, müsste man extrem aufwendige, teure Studien durchführen oder in Zukunft vielleicht einmal ein ausgeklügeltes Monitoring-System haben. Da das Augenmerk derzeit aber vor allem auf den Spitälern liegt, wäre dieser Aufwand zu gross.

Ruedi Noser: Weshalb hat der afrikanische Kontinent trotz tiefster Impfquote aller Kontinente die besten Zahlen bezüglich der Neuinfektionen/Todesfälle mit Covid-19 vorzuweisen?
Das hat diverse Gründe. Ich arbeite etwa eng mit Uganda zusammen. Dort gab es im Sommer – also im europäischen Sommer – eine heftige zweite Welle. Uganda war 42 Tage im Lockdown und noch heute gilt eine Ausgangssperre ab 19.00 Uhr. Dazu kommt: Viele afrikanische Länder haben schlicht nicht die Kapazitäten, die Fälle richtig zu diagnostizieren. Oft sterben die Menschen dort einfach, ohne dass herausgefunden wird, weshalb. Ebenfalls eine Rolle spielen die klimatischen Verhältnisse: Weil es wärmer ist, sind die Menschen mehr draussen. Und die Bevölkerung ist jünger, womit gerade in der ersten Welle, wo viele Todesfälle auf die Gruppe der über 80-Jährigen gefallen sind, afrikanische Länder weniger betroffen waren.

Hans Müller: Können Sie ausschliessen, dass man sich künftig alles sechs Monate impfen lassen muss?

Nein, das können wir derzeit nicht ausschliessen. Das ist medizinisch gesehen eine unglaublich spannende und wichtige Frage, die wir heute aber noch nicht beantworten können. Möglich wäre, dass es ähnlich wird wie bei der Hepatitis-B-Impfung, wo es drei Impfdosen braucht, um einen lebenslangen Schutz zu erhalten. Das werden wir bald sehen, weil jetzt grossflächig Drittimpfungen verabreicht werden. Es wird interessant zu sehen sein, ob es danach weiter zu Impfdurchbrüchen kommen wird. Ersten Einschätzungen zufolge gehe ich davon aus, dass Auffrischungsimpfungen auch über die dritte Impfung hinaus ein Thema sein können. Wie viele weitere Impfungen nötig sein werden und in welchen Abständen kann heute aber noch unmöglich gesagt werden.

Manuela Broder: Mein Sohn möchte sich impfen lassen, aber die Fallzahlen sind so hoch. Könnte er gesundheitliche Probleme bekommen, wenn er sich kurz nach der 1. Impfung ansteckt?

Nein, das ist kein Problem. Kurz nach der Erstimpfung hat man zwar noch keinen perfekten Schutz, er ist aber trotzdem schon besser als ohne Impfung. Das Immunsystem ist hier vergleichbar mit einem Sportler vor dem Wettkampf: Kommt der Wettkampf früher als erwartet, ist der Sportler noch nicht ideal vorbereitet. Er wird aber trotzdem besser abschneiden, als wenn er gar nicht trainiert hätte. Gerade wegen hoher Fallzahlen ist nun wichtig, dass er sich impft: Für sich und für die Gesellschaft, um die Pandemie zu bremsen, damit wir nicht wieder in einen schweren Pandemiewinter gehen müssen.

Zu Vorerkrankungen und Nebenwirkungen

Albert Baumgartner: Bei allfälligen Problemen nach der Impfung, gibt es da eine Stelle, die sich dem kostenlos annimmt?

Das wird von unserem hervorragenden Gesundheitssystem abgefedert und über die Krankenkasse weitgehend getragen. Wer nach der Impfung schwerwiegendere Impfreaktionen spürt, sollte sich beim Hausarzt melden.
Valentin Michael: Warum kommt es immer öfter zu Hirnschlägen bei der Impfung gegen Covid und weshalb heisst es in solchen Fällen immer wieder: «Man kann nicht sagen, ob das einen Zusammenhang zur Impfung hatte», obwohl der grösste Teil dieser Personen vorher gesund war? Man zwingt zur Impfung, aber bei Nebenwirkungen will niemand etwas wissen.

Die Behauptung, es komme nach Corona-Impfungen gehäuft zu Hirnschlägen, ist falsch. Weltweit wurden mittlerweile rund sieben Milliarden Dosen verimpft. Wäre es wirklich zu einer «Hirnschlag-Pandemie» gekommen, wäre das längst bemerkt und auf der ganzen Welt prominent diskutiert worden. Wir haben nichts dergleichen gesehen, auch nicht in den sehr genau durchgeführten Studien.

Auch den Vorwurf, dass wir nichts von Nebenwirkungen wissen wollen, weise ich entschieden zurück: Wir haben hier im Referenzzentrum Zürich schon mehr als 100’000 Menschen geimpft. Mit jeder einzelnen Person gab es ein kurzes Vorgespräch, bei dem über die möglichen Nebenwirkungen aufgeklärt und sämtliche Fragen beantwortet wurden.

Wir wissen ziemlich genau, wo Risiken bestehen. So etwa bei Allergien, was sehr genau abgeklärt wird oder auch bei jungen Frauen und insbesondere beim AstraZeneca-Impfstoff, wo es in seltenen Fällen zu Thrombosen gekommen ist. Darauf wurde schnell reagiert, der Impfstoff wurde vielerorts vorübergehend gestoppt und die Impfempfehlung wurde angepasst.

Enricco Pucko: Ich bin 39 Jahre alt und habe mich mit Moderna geimpft. Wie kann ich feststellen, dass ich keine Herzmuskelentzündung habe? Ich fühle mich einfach nicht mehr wohl.

Eine Herzmuskelentzündung spürt man normalerweise sehr gut: Man wird leistungsintolerant, kommt also beispielsweise kaum mehr die Treppen hoch, ohne ausser Atem zu geraten. Auch Herzklopfen, Kurzatmigkeit und Brustschmerz sind mögliche Symptome, die in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Impfung auftreten, später ist kaum mehr damit zu rechnen. Wenn Sie sich nicht gut fühlen, empfehle ich Ihnen aber, das mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Christoph Eisenhut: Ich bin gegen absolut nichts geimpft. Diese Coronaimpfung wäre meine erste Impfung. Garantiert mir die impfende Person schriftlich, dass ich keinen Schaden davon habe und in den nächsten 20 Jahren auch nicht haben werde?

Nein, selbstverständlich nicht. Es garantiert Ihnen aber auch niemand, dass Ihnen nichts passiert, wenn Sie über die Strasse laufen oder Ihnen das Chips-Müsterli, welches bei einer Werbeaktion angeboten wird, nicht bekommt. Bei absolut keiner Aktion in Ihrem Leben haben Sie eine hundertprozentige Sicherheit, dass Ihnen nichts geschieht.

Wir können aber mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Dann wird klar, dass die Wahrscheinlichkeit, an Covid zu erkranken und gesundheitliche Schäden davonzutragen, deutlich höher ist, als die Wahrscheinlichkeit einer schweren Impfnebenwirkung. Das kann für jede Altersgruppe und jedes Risikoprofil in Zahlen ausgedrückt werden, wenn das hilft. Doch die Verantwortung für die Impfung müssen Sie mittragen, die können Sie nicht einfach auf die Person abdelegieren, welche Ihnen den Impfstoff verabreicht. Sie dürfen aber davon ausgehen, dass wir als Fachpersonal nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten und wir Ihnen gerne helfen bei der persönlichen ‘Güterabwägung’. Letztendlich ist es wie immer im Leben auch eine Vertrauensfrage: in Personen und ins Leben schlechthin.

Manuela Roggo: Wie viele Nebenwirkungen sind aufgetreten, seit der Vektor-Impfstoff von Johnson&Johnson auf dem Mark ist?

Wir waren das erste Impfzentrum, das diesen Impfstoff verimpft hat. Wir haben mehrere Tausend Dosen verimpft, bisher haben wir keine Probleme festgestellt. Auch die viel höheren Impfzahlen mit Johnson&Johnson aus den USA geben keinen Anlass zur Sorge.

Zu verschiedenen Impfstoffen und den Herstellern

Anonym: Wann wird Novavax freigegeben?

Diese Frage kann ich nicht beantworten, da müssten Sie sich an die Herstellerfirma respektive dann auch an die Zulassungsstelle Swissmedic wenden. Wir sind auch froh, wenn wir eine möglichst breite Palette an sicheren und wirksamen Impfstoffen anbieten können.

Anonym: Weshalb gibt es bei allen Coronaimpfungen einen Haftungsausschluss der Hersteller? Keine andere bisherige Impfung hatte dies. Es scheint, als wäre die Impfung doch nicht so sicher, weil sich die Hersteller auf diese Weise rechtlich absichern.

Um diese Frage zu beantworten, bräuchte es einen eigenen Artikel. Die Frage ist hochkomplex. Es hat mit den Verträgen zu tun: Damit die Schweiz überhaupt in die Kränze gekommen ist und sich die Impfstoffe so früh sichern konnte, musste sie gewisse Bedingungen erfüllen.

Maria Weber: Ich will keinen mRNA-Impfstoff. Johnson&Johnson kann ich mir vorstellen. Ich bin aber unsicher, weil die USA und Deutschland nun eine Nachimpfung mit mRNA empfehlen, weil Johnson&Johnson doch nicht so gut wirkt. Wird auch in der Schweiz eine Nachimpfung mit mRNA empfohlen?

Eine solche Zulassung oder auch Empfehlung dazu gibt es in der Schweiz, anders als etwa in Deutschland, noch nicht.

Coco Hügel: Ich hatte die erste Impfung mit Moderna, will die zweite Impfung aber auf keinen Fall mit Moderna machen. Kann ich die zweite Impfung mit einem anderen Impfstoff machen?

Ja, das ist möglich.

Dragan Vasovic: Was enthält der Moderna-Impfstoff im Detail?

Die genauen Inhaltsstoffe sind unter https://www.swissmedicinfo.ch/ aufgelistet (Impfstoff-Name ins Suchfeld eingeben, Anm. d. Red.). Die Impfstoffe von Moderna und Biontech enthalten modifizierte und im Labor hergestellte mRNAs. Unterschiede gibt es bei der Umhüllung dieser mRNA, den Lipiden. Die Impfstoffe enthalten zudem verschiedene Salze und Zucker, um die Lösung stabiler zu machen. Unterschiedlich ist auch die Dosis, die beim Moderna-Impfstoff höher ist. Deshalb sieht man jetzt auch den relativ klaren Trend, dass mit Moderna Geimpfte besser geschützt sind, gleichzeitig aber auch mehr Nebenwirkungen haben. Bei der Booster-Impfung wird entsprechend empfohlen, bei Moderna nur noch die halbe Dosis zu impfen.

Dragan Vasovic: Wieso beharrt die Schweiz immer nur auf mRNA und DNA-Impfung, aber die klassische Protein-Impfung wird nicht priorisiert?

Auch wir würden es gerne sehen, dass Proteinimpfungen bald zugelassen werden. Das hat mit den Herstellern zu tun, die unterschiedlich schnell in der Entwicklung der Impfstoffe und im Durchführen der für die Zulassung benötigten Studien waren. Man muss aber auch sagen: Die Schweiz sass bei der Entwicklung der Impfstoffe nicht am grünen Tisch und konnte wählen, welche Impfstoffe wir gerne wann hätten. Wir haben das damals extrem gut gemacht, dass wir früh auf die sehr wirksamen und sicheren mRNA-Impfstoffe gesetzt haben. Und wir hatten auch ein wenig Glück.

Mike Müller: Warum gibt es in Europa eine so starke Übersterblichkeit im Vergleich zu 2020, die genau ab dem Zeitpunkt der Impfungen begann?

Das ist eine verzerrte Darstellung. Es ist nicht so, dass die Übersterblichkeit genau mit dem Start der Impfkampagne korreliert. Vielmehr muss man das im Zusammenhang mit den Wellen und der Verbreitung des Virus sehen.

Manuel Gugglistobler: Weshalb wird von den Gesundheitsbehörden weder der Verzicht von Alkohol empfohlen, noch die Supplementierung etwa mit Vitamin D und C?

Es gibt schlicht keine einzige Studie, die belegen würde, dass das einen entscheidenden Nutzen hätte, wenn man sich mit Covid-19 infiziert. Ein gesunder Lebensstil mit moderatem Alkoholkonsum, viel Bewegung und guter Ernährung kann aber zur Stärkung des Immunsystems beitragen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit? Oder wurden deine Fragen zur Impfung noch nicht ausreichend beantwortet?

Hier findest du Hilfe:

Infoline Corona-Impfung: 0800 88 66 44 (täglich 6 bis 23 Uhr)

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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