Aktualisiert 14.03.2013 19:53

Säen für die KatzViele Guerilla-Blumen werden gar nie blühen

Frust für alle Stadtzürcher Guerilla-Gärtner: Die meisten Blumen aus den neuen städtischen Samenmischungen kommen gar nie zur Blüte. Schuld daran ist der frühe Schnitt.

von
Roman Hodel
Blumenpracht an der Seebahnstrasse – hier mäht die Stadt erst im September.

Blumenpracht an der Seebahnstrasse – hier mäht die Stadt erst im September.

Jeder hat diesen Frühling das Zeug zum Guerilla-Gärtner. Dafür sorgen zwei Samenmischungen, die Grün Stadt Zürich neu gratis abgibt und mit denen die rund 22'000 öffentlichen Baumrabatten begrünt werden sollen. Nur gibt es einen Wermutstropfen: «Auch wenn es sich um schöne Mischungen handelt – die meisten der darin enthaltenen Blumen wird man nie blühen sehen, weil sie vorher dem Sommerschnitt zum Opfer fallen», sagt Maurice Maggi, der seit Jahrzehnten in der Stadt Zürich als Guerilla-Gärtner unterwegs ist. Laut ihm wäre es am Besten, wenn die Stadt überall erst im September mähen würde.

«Da hat Herr Maggi im Prinzip recht», sagt Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich. «Doch abgestimmt auf die örtlichen Verhältnisse, etwa bei schmalen Trottoirs, kommen wir manchmal nicht um das Mähen herum.» Zudem liege oft Abfall in den Baumrabatten. «Ohne Schnitt ist es für unsere Mitarbeiter viel mühsamer, diesen einzusammeln.» Und da ist noch ein weiterer Grund: «Wenn wir mit Mähen zuwarten, erhalten wir je nach Quartier sehr rasch erste Telefonanrufe von Bewohnern, die sich beschweren, es sehe unordentlich aus», sagt Handschin.

Sommerschnitt ab dem 15. Juni

Als Kompromiss lässt Grün Stadt Zürich alle Baumrabatten neu erst ab dem 15. Juni mähen – das ist der vom Bund festgelegte Zeitpunkt für Ökoflächen. «Sowieso können wir nicht alle 22'000 Rabatten auf einmal mähen – das dauert jeweils mehrere Wochen», so Handschin. Wo es der Platz erlaube, führe man den Sommerschnitt sogar erst im September aus – beispielsweise am Mythenquai oder an der Seebahnstrasse.

Dass wegen des Sommerschnitts viele der gesäten Pflanzen gar nie blühen werden, lässt Handschin schliesslich nur bedingt gelten: «Es gibt darunter sicher welche, doch die von uns beauftragten Fachleute wählten bewusst auch Pflanzen aus, die nach einem Schnitt nochmals blühen.»

Verteilaktion am Samstag

Beziehen kann man die Tüten am Samstag, 16. März, von 14 bis 16 Uhr auf der Fritschiwiese sowie ab 20. März im Sekretariat von Grün Stadt Zürich am Beatenplatz, in der Sukkulenten-Sammlung am Mythenquai und in den Friedhofbüros.

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