Aktualisiert 19.10.2006 00:22

Viele halten Frettchen illegal

Seit Paris Hilton mit ihrem Frettchen posierte, wollen alle eins: Das Zürcher Veterinäramt hat dieses Jahr schon 38 Haltebewilligungen erteilt.

Sie gucken zuckersüss und sind verspielt: Frettchen haben auch das Herz der Partynudel Paris Hilton erobert. Vor einem Jahr hat ein weisses Exemplar (Dolce & Gabbana) ihren Chihuahua (Tinkerbell) als Lieblingshaustier abgelöst. Seither wollen alle eins haben. «Derzeit boomt das Frettchen – leider», sagt Dalia Fichmann aus Horgen. Sie hat die «Frettchen-Hilfe Schweiz» aufgebaut und besitzt selbst fünf Tiere. «Ein Frettchen braucht gleich viel Betreuung wie ein Hund – viele Leute merken das erst, wenn es zu spät ist.»

Die Iltis-Züchtungen sind keine kuschligen Nager, sondern Raubtiere mit einem intensiven Geruch. Sie brauchen viel Auslauf, und für Halter gilt die

Bewilligungspflicht. Das Zürcher Veterinäramt hat dieses Jahr schon 38 Haltebewilligungen ausgestellt. «Aber viele Unwissende halten die Tiere illegal», sagt Claudia Staudenmann vom Tierheim Pfötli in Winkel. «Bis sie merken, dass sie überfordert sind und dann zu uns kommen.»

Oder zu Dalia Fichmann. Bis vor zwei Monaten hat sie eine Auffangstation betrieben. «Zuletzt war die Betreuung ein Fulltimejob», sagt Fichmann. «Der Ansturm wurde schlicht zu gross.» Sie hofft, dass die Frettchen-Welle bald abebbt: Paris Hilton hat ihres schliesslich durch den Wickelbären Baby Luv ersetzt.

Adrian Schulthess

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