Aktualisiert

Viele Hinweise nach aufgezeichnetem Mordversuch

Nach dem brutalen Mordversuch an einem schwarzen Deutschäthiopier veröffentlichte die Polizei gestern einen Mitschnitt eines Gesprächs mit den Stimmen der Täter. Bereits gibt es zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung.

Nach Veröffentlichung der Täterstimmen bei dem rassistischen Mordversuch an einem Deutschafrikaner in Potsdam sind mehrere Hinweise bei der Polizei eingegangen. Diese würden derzeit ausgewertet und überprüft, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der in Äthiopien geborene 37-jährige Wissenschaftler mit deutschem Pass war am frühen Ostersonntag von vermutlich zwei Unbekannten brutal zusammengeschlagen worden. Seither liegt er im künstlichen Koma, sein Zustand ist weiterhin lebensbedrohend.

Die Stimmen der Täter waren von einer Handy-Mailbox aufgezeichnet worden, weil das Opfer kurz vor dem Überfall seine Frau anrufen wollte. Um Hinweise auf die Schläger zu erhalten, hatte die Polizei den Mitschnitt technisch aufbereitet und auf der Website www.internetwache-brandenburg.de veröffentlicht. Mittlerweile kann er auch unter der Telefonnummer 0331 - 283 53 777 abgehört werden. Auf der schwer verständlichen Aufnahme waren die Worte «Scheiss Nigger» und «blödes Schwein» zu hören. Wegen des vermutlich fremdenfeindlichen Hintergrundes hat die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen.

Der Brandenburger Innenminister Jörg Schönbohm zeigte sich optimistisch, dass die zwölfköpfige Sonderkommission der Polizei die Täter bald fassen kann. Etwa 95 Prozent aller Gewaltverbrechen würden aufgeklärt, sagte er im RBB-Fernsehen. Im Potsdamer Rathaus meldeten sich mittlerweile viele Menschen, um den Angehörigen des Opfers Hilfe anzubieten, wie eine Sprecherin sagte. Neun Inhaber einer Supermarktkette richteten ein Spendenkonto ein und stellten selbst ein Prozent der Wocheneinnahmen für die Familie zur Verfügung.

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