Aktualisiert 13.10.2011 09:24

Prämienanstieg

Viele Junge wollen die Krankenkasse wechseln

Die neueste Prämienrunde bei den Krankenkassen hat die jungen Erwachsenen am härtesten getroffen. Entsprechend gross ist die Bereitschaft zum Wechsel.

von
ahi
850 000 Schweizer wollen wechseln.

850 000 Schweizer wollen wechseln.

Bittere Pille für die Jungen: In der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren steigen die Krankenkassenprämien aufs kommende Jahr im Schnitt um 5,6 Prozent. Die älteren Versicherten müssen «nur» 3,5 Prozent mehr blechen, hat das Vergleichsportal Comparis.ch errechnet. In manchen Kantonen ist der Anstieg noch extremer: Laut Bundesamt für Gesundheit BAG werden besonders die jungen Innerrhoder stärker zur Kasse gebeten. Der Prämienanstieg beträgt dort saftige 9,1 Prozent.

Angesichts dessen ist die Wechselbereitschaft bei den Jungen dieses Jahr besonders hoch, wie eine Umfrage von Demoscope im Auftrag von Comparis.ch zeigt. Demnach will jeder fünfte 18- bis 25-Jährige zu einer günstigeren Kasse übersetzen. 14 Prozent wollen dies «vielleicht» tun. «Die jungen Erwachsenen spüren den Prämienanstieg direkt im Portemonnaie und wechseln darum», sagt Jonas Grossniklaus, Krankenkassen-Experte von Comparis.

850 000 wollen wechseln

Von allen 1200 Befragten im Alter von 18 bis 75 Jahren gesehen wollen 8 Prozent «sicher» die Krankenkasse wechseln, 10 Prozent wollen dies «vielleicht» tun. Demgegenüber stehen 11 Prozent, die die Kasse «eher nicht» und 70 Prozent, die sicher nicht wechseln wollen.

Verhalten sich die Versicherten gleich wie im Vorjahr, dürften am Ende 11 Prozent oder rund 850 000 Versicherte die Krankenkasse wechseln, heisst es bei Comparis. Der einfachste Weg für die Kassen, ihre Kunden zu halten, sei ein möglichst tiefer Prämienanstieg.

Faule Deutschschweizer

Bezüglich der Wechselfreudigkeit zeigen sich grosse Unterschiede zwischen den Schweizer Regionen. Besonders faul sind offenbar die Deutschschweizer: 85 von 100 Leuten haben hier keine Lust zum Wechseln. Im Tessin und in der Westschweiz sind es 79 bzw. 74 von 100.

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