Aktualisiert 11.08.2009 11:03

SVP-Präsident Kuhn konkretisiert«Viele linke Frauen strahlen keine Weiblichkeit aus»

Der Stadtluzerner SVP-Präsident René Kuhn schoss im Internet scharf gegen «linke, verlumpte, verfilzte» Frauen. Nun rudert er zurück: Er habe nicht die Frauen im Parlament gemeint, «sondern was einem tagtäglich auf der Strasse begegnet». Seine Stellungnahme macht die Sache nicht wirklich besser.

von
amc

«Von linken, ausgelumpten Frauen» titelte Kuhn auf seiner Homepage und zog über die «zahlreichen linken und ungepflegten Frauen» in der Schweiz her (20 Minuten Online berichtete). Nun krebst Kuhn auf seiner Homepage zurück – mit einigen Widersprüchen.

In einer Stellungnahme schreibt er, dass er mit den «zahlreichen linken und ungepflegten Frauen» in seinem Blogeintrag «nur eine kleine Minderheit», «einige linke Frauen» gemeint habe. Er habe auch «nie etwas von schön oder nicht schön geschrieben». Er habe lediglich beklagt, «dass es viele linke Frauen gibt, welche nichts auf ihr Äusseres geben und keine Weiblichkeit ausstrahlen».

Aufregung für Kuhn unverständlich

Sowieso versteht Kuhn die Aufregung von Seite der SP - die mit einer Medienmitteilung auf den Schmäheintrag von Kuhn hinwies - nicht: «Ich meinte nicht einmal die Frauen aus dem Parlament, sondern was einem tagtäglich auf der Strasse begegnet.» Ob diese Konkretisierung, die «verlumpten», «verfilzten», «Vogelscheuchen» in der Schweiz besänftigen wird?

Parteikolleginnen und –kollegen distanzierten sich jedenfalls am Montag von den Äusserungen von Kuhn. «Solche Äusserungen sind für einen Parteipräsidenten völlig inakzeptabel», sagte Rita Gygax, Präsidentin der SVP Frauen Schweiz. Josef Kunz, Präsident der SVP des Kantons Luzerns, kündigte gar mögliche Konsequenzen an: «Wir werden das in der Parteileitung besprechen, allenfalls muss Kuhn mit einem Ausschluss aus der SVP rechnen», so Kunz. Die Parteileitung werde sich am 20. August des Falles annehmen und über die Sache entscheiden. Zuständig für den Ausschluss wäre aber die SVP der Stadt Luzern.

«Wir wollen der anderen Seite nicht noch einen Gefallen machen»

Dort nimmt man die Affäre gelassen: Sekretär Urs Wollenmann sagte gegenüber der SDA, es handle sich um Kuhns Privatmeinung. Massnahmen drängten sich keine auf. «Wir wollen nicht der anderen Seite einen Gefallen machen», sagte er, und spricht von «Gesinnungsterror».

Kuhn selbst verweist in der Stellungnahme auch auf sein Recht, «seine persönliche Meinung zu äussern - nicht nur zu politischen Fragen». Schliesslich vertrete er auf seiner Internetseite nicht die Meinung der SVP, «sondern meine persönliche, private Auffassung». Gegenüber den Medien mochte er diese bisher nicht vertreten und den Schmäheintrag über die «Weiber» ohne «Weiblichkeit», das «Gruselkabinet» und die «Vogelscheuchen» von «Emanzen» löschte er vorsichtshalber. (amc/sda)

Eintrag von Kuhn

Von linken, ausgelumpten Frauen

Nach drei Wochen Aufenthalt in einer Grossstadt in einem vom Kommunismus runter gewirtschafteten und gezeichneten Land freut man sich wieder auf zahlreiche Dinge in der Schweiz. Auf was man jedoch sehr gut und gerne verzichten könnte, sind die zahlreichen linken und ungepflegten Frauen. Frauen, welche nichts auf ihr Äusseres geben und man zweimal hinschauen muss, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Frauen, welche in Lumpen herumlaufen, keinen Schmuck tragen und keine Schminke gebrauchen, obwohl sie es dringend nötig hätten. Es ist auffallend, dass in den meisten Ländern die Frauen zu sich schauen und sich demzufolge auch weiblich kleiden und bewegen. In anderen Ländern schauen sie zu sich und achten darauf, dass sie gepflegt und nicht 'verlumpt' herumlaufen. Auch die älteren Damen sind sich nicht zu schade, sollten die Haare grau werden, diese zu färben, damit sie auch im Alter attraktiv wirken und nicht mit ihren grauen Haaren um 10 Jähre älter wirken. Nicht so in der Schweiz, wo man sich tagtäglich diese Linken, ungepflegten, 'verfilzten' Weiber ansehen muss, welche überhaupt keine Weiblichkeit ausstrahlen. Manchmal kann man sich wirklich fragen, ob man sich ein einem Gruselkabinet befindet. Auch gab es in 3 Wochen keine einzige Frau, welche mit dem Veloanhänger einkaufen ging oder so dumm sind ihre Kinder in einen Kinder-Veloanhänger zu setzen und in der Stadt herumzufahren. Die linken Schweizer Frauen könnten noch einiges Lernen, aber diese Emanzen laufen lieber wie Vogelscheuchen umher.»

Der Eintrag wurde auf der Website gelöscht. Der Wortlaut stammt aus der SP-Medienmitteilung.

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