Aktualisiert 26.04.2020 07:16

Unzureichend

Viele Masken sind für uns nicht brauchbar

Die Schweiz hat im Ausland rund 100 Millionen Schutzmasken bestellt. Nicht alle entsprechen den notwendigen Qualitätsvorschriften.

von
Dominique Zeier
1 / 9
So sieht eine FFP2-Maske aus, die die Luft, die eingeatmet wird, filtert.

So sieht eine FFP2-Maske aus, die die Luft, die eingeatmet wird, filtert.

REUTERS
Den höchsten Schutz bieten allerdings FFP3-Masken wie diese.

Den höchsten Schutz bieten allerdings FFP3-Masken wie diese.

REUTERS
Der Bund hat einige Masken, die in die Schweiz importiert wurden, auf ihre Qualität getestet.

Der Bund hat einige Masken, die in die Schweiz importiert wurden, auf ihre Qualität getestet.

keystone-sda.ch

Darum gehts

  • In der letzten Woche sind rund 20 Millionen Schutzmasken an die Schweiz geliefert worden.
  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz prüft die Qualität dieser Schutzmasken.
  • Einige Masken bestehen diesen Test nicht.
  • Um dies zu verhindern, will die Schweiz bald selbst Masken herstellen.

Anfang April hat die Armeeapotheke rund 100 Millionen Schutzmasken bestellt. Diese sollen vor allem an das Gesundheitspersonal gehen und werden aus China eingeflogen. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, sind aber lange nicht alle Masken, die es in die Schweiz schaffen, brauchbar.

In der vergangenen Woche konnten 20 Millionen Masken geliefert werden. Weitere 40 Millionen sollen in der nächsten Woche ankommen. Diese werden in der Schweiz vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) in Spiez auf ihre Qualität getestet. «Hier konnten durch Untersuchungen grössere Mengen unbrauchbarer Masken aufgedeckt werden», sagt Babs-Sprecher Andreas Bucher zur «SonntagsZeitung».

Grössen unpassend

Bei den Masken, die momentan geprüft werden, handelt es sich um sogenannte FFP-Masken. Diese sollen das Gesundheitspersonal vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Nebst den Masken wird in Spiez auch das Rohmaterial untersucht, das für die Herstellung von Masken verwendet wird.

Was bedeutet FFP?

Der Begriff «FFP-Masken» leitet sich vom englischen Ausdruck «Filtering Face Piece» ab. Dies bedeutet, dass es sich nicht um eine reine Hygienemaske handelt, sondern um eine Atemschutzmaske, die die Luft, die eingeatmet wird, filtert. Es gibt drei FFP-Stufen, wobei FFP3 die sicherste Schutzklasse für Masken darstellt.

Grundsätzlich ist das Urteil, das Bucher über die Qualität der Masken fällt, ein gutes: «Man kann sicher davon ausgehen, dass die Bestände des Bundes bedenkenlos verteilt werden können», sagt er. Von 60 verschiedenen Maskentypen und Materialien seien viele brauchbar. Allerdings komme es auch immer wieder zu Mängeln.

So werden ab und zu beispielsweise Stoffe verwendet, die zu wenig luftdurchlässig sind. Dies erschwert das Atmen des Trägers. Ausserdem kann es sein, dass Masken aus China nicht den europäischen Grössen entsprechen und zu klein sind. Bei solch unpassenden Masken passen oft die Metallbügel nicht über die Nasen und lassen zu grosse Abstände zwischen der Haut und der Maske. Dies führt dazu, dass die Maske nicht luftdicht sitzt und Viren hereinlässt.

Masken in der Schweiz herstellen

Nebst dem Babs testet auch die Empa Masken. Dort werden allerdings nicht FFP-Masken sondern medizinische Masken für die Armee, für Spitäler und für die Industrie geprüft. Bei der Empa will man sich laut der «Sonntags Zeitung» nicht zum Resultat der Qualitätsprüfungen äussern. Diese würden erst später in Absprache mit den Behörden veröffentlicht.

Um sich nicht ausschliesslich auf Masken aus dem Ausland verlassen zu müssen, will der Bund nun auch FFP-Masken in der Schweiz herstellen lassen. Zu diesem Zweck wurden am Mittwochabend zwei solche Maschinen in die Schweiz geflogen. Ab Mitte Mai werden diese voraussichtlich zwischen 80’000 und 100’000 FFP2-Masken herstellen können.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.