Viele Tote bei Anschlag im Iran

Aktualisiert

Viele Tote bei Anschlag im Iran

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in der iranischen Stadt Schiras sind am Samstag mindestens 12 Menschen getötet und 202 verletzt worden. Die Explosion hat sich während der wöchentlichen Predigt eines örtlichen Geistlichen ereignet.

Zunächst war von einem Anschlag die Rede. Doch am Sonntag sprachen mehrere Behördenvertreter von einem «Unfall». Möglicher Grund für die Explosion sei fahrlässiger Umgang mit alter Munition.

Im Rahmen einer Ausstellung über den Iran-Irak-Krieg (1980-1988) sei in der Moschee Munition gezeigt worden, die möglicherweise nicht vollständig wieder entfernt worden sei. Die Staatsanwaltschaft kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

Die Detonation ereignete sich am Samstag um 21.00 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr MESZ) in einem zentralen Wohnviertel. Wegen der vielen Opfer riefen die Spitäler die Bevölkerung zum Blutspenden auf. Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich viele Menschen in der Moschee auf, um die Predigt des Geistlichen Andschawinedschad zu hören.

Er ist ein erklärter Kritiker der religiösen Gruppen der Wahhabiten sowie der Bahai. Die Wahhabiten sind konservative sunnitische Muslime, die in Saudi-Arabien die Bevölkerungsmehrheit stellen. Die Bahai sind eine religiöse Minderheit, die von der schiitischen iranischen Führung als Ungläubige eingestuft werden.

Schiras liegt rund 900 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran. Die Stadt, in deren Nähe es viele antike Ausgrabungsstätten gibt, war bisher nicht Ziel von Anschlägen. In den vergangenen Monaten waren im Südwesten des Landes in Richtung der Grenze zum Irak, wo viele Araber leben, mehrere Anschläge verübt worden.

(sda)

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