Kenia: Viele Tote bei blutigen Unruhen - Festnahmen
Aktualisiert

KeniaViele Tote bei blutigen Unruhen - Festnahmen

Die kenianische Polizei hat im Zusammenhang mit den ethnischen Unruhen in der Küstenprovinz Tana River Delta rund 65 Verdächtige festgenommen. In einem Dorf wurden Waffen beschlagnahmt.

Polizisten durchsuchen das Dorf in der Küstenprovinz Tana River Delta, in dem über 40 Menschen ermordet wurden.

Polizisten durchsuchen das Dorf in der Küstenprovinz Tana River Delta, in dem über 40 Menschen ermordet wurden.

Bei den schweren ethnischen Unruhen in der Küstenprovinz Tana River Delta waren mindestens 45 Menschen getötet worden. Unter den getöteten Dorfbewohnern befanden sich laut Polizeiangaben vom Samstag 16 Kinder, 10 Männer und 5 Frauen. Zudem wurden 14 Angreifer getötet. Die Polizei hat nun 65 Verdächtige verhaftet und Maschinengewehre, Munition und mehrere Speere beschlagnahmt.

Nun wachse die Angst vor einer Vergeltungsattacke, berichtete die Zeitung «The Standard» am Sonntag. Die meisten Festgenommenen seien junge Männer. Jetzt seien fast nur noch Frauen und Kinder im Dorf. «Das macht uns sehr verletzbar», sagte Daniel Manga Kapanya aus dem Dorf Ngao.

Die Attacke auf das Dorf Kipao hatte sich in der Nacht zum Freitag gegen 4 Uhr morgens ereignet. Die Täter griffen die Bewohner mit Macheten und anderen Waffen an. Dutzende Häuser wurden in Brand gesteckt.

Die Einwohner Kipaos gehören nach Aussage des örtlichen Polizeichefs Aggrey Adoli zur Volksgruppe der Orma, bei den Angreifern habe es sich um Milizen des Pokomo-Stamms gehandelt.

Scharf verurteilt

Die USA verurteilten die Ausschreitungen aufs Schärfste. Das Weisse Haus rief die Regierung in Nairobi, die Polizei sowie lokale Führer in den betroffenen Gebieten auf, für ein Ende der Gewalt zu sorgen und einen dauerhaften Frieden zu suchen.

Die Schuldigen der abscheulichen Taten müssten bestraft werden. Gerade vor den im März bevorstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seien Frieden und Stabilität entscheidend für den Fortschritt in Kenia, hiess es in einer Mitteilung.

Konflikt um Land- und Wasserrechte

Seit Monaten kommt es immer wieder zu Übergriffen zwischen den ethnischen Gruppen der Pokomo und der Orma. Im August und September waren mehr als 100 Menschen bei dem blutigen Konflikt der rivalisierenden Volksgruppen getötet worden.

Bei dem seit Jahrzehnten andauernden Streit geht es vor allem um Land- und Wasserrechte. Die Regierung befürchtet, dass es im Zuge der Präsidentschaftswahlen erneut zu einer Gewalteskalation kommen könnte. Nach den letzten Wahlen 2007 war Kenia an den Rand eines Bürgerkriegs geraten. (sda)

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