Aktualisiert 10.06.2009 07:30

PakistanViele Tote bei Explosion in Luxus-Hotel

Bei einem Anschlag auf ein Luxushotel in Peshawar im Nordwesten Pakistans sind am Dienstagabend mindestens 15 Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt worden.
Es würden weitere Opfer unter einem eingestürzten Teil des Hotels in Peshawar befürchtet.

Dies sagte ein Polizeivertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Tat auf Schärfste und sprach von einem feigen terroristischen Akt, der durch nichts zu rechtfertigen sei.

Zwei Uno-Mitarbeiter unter Toten

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind auch zwei Uno-Mitarbeiter unter den Opfern: Ein serbischer Mitarbeiter des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sowie eine Philippinin, die für das Uno-Kinderhilfswerk Unicef tätig war.

Nach Angaben der pakistanischen Behörden nahm der UNHCR-Mitarbeiter in dem Hotel an einem Treffen ausländischer Spender teil, bei dem Geld für die durch eine Militäroffensive gegen die radikalislamischen Taliban Vertriebenen im Nordwesten des Landes gesammelt werden sollte.

Mindestens zwei Attentäter fuhren nach Angaben der Polizei am Dienstagabend mit einem mit mehr als 500 Kilogramm Sprengstoff beladenen Geländewagen vor das Fünf-Sterne-Hotel Pearl Continental. Die Attentäter waren demnach auf dem Weg zu dem gut gesicherten Hotel einem Lieferantenfahrzeug gefolgt.

Sicherheitsleute beschossen

Als sich die Sicherheitsschranke hinter dem Kleinlaster wieder schloss, eröffneten sie das Feuer auf die vor dem Hotel postierten Wachmänner und sprengten sich mit ihrem Auto in die Luft. Bislang bekannte sich keine Gruppe zu der Tat.

Wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete, hinterliess die Explosion einen tiefen Krater, der Westflügel des vierstöckigen Gebäudes wurde zerstört. Rettungskräfte brachten Verletzte und Leichen aus dem Gebäude.

Im Pearl Continental wohnen angesichts der angespannten Sicherheitslage in der Region nur noch wenige ausländische Gäste. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen treffen sich dort aber häufig zum Essen. Das britische Aussenministerium in London teilte mit, unter den Verletzten sei auch ein Brite.

Siebter Anschlag

Im September 2008 waren bei einem Selbstmordanschlag auf das Marriott-Hotel in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad 60 Menschen ums Leben gekommen. In Peshawar war der Anschlag das siebte Bombenattentat innerhalb eines Monats.

Die radikalislamischen Taliban hatten Vergeltungsschläge für die Offensive des pakistanischen Militärs in der Swat-Region angekündigt. Erst am Freitag wurden bei einem Anschlag auf die Moschee in der Ortschaft Hayagai Sharqai in der Nähe des umkämpften Swat-Tals 38 Menschen getötet. (sda)

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