Talk mit Bundesrat Ueli Maurer - «Viele werden sich das Covid-Zertifikat nicht bieten lassen»
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Talk mit Ueli Maurer«Viele werden sich das Covid-Zertifikat nicht bieten lassen»

Corona, Schulden, Juso-Initiative: Was droht der Schweiz jetzt? Bundesrat Ueli Maurer stellte sich den Fragen der Community.

von
Fabian Pöschl
Sandro Spaeth

Das Interview mit Bundesrat Ueli Maurer in voller Länge.

20 Minuten/Tarek El Sayed

Darum gehts

  • Die Community konnte Finanzminister Ueli Maurer Fragen stellen.

  • 20 Minuten besuchte ihn beim Sitz des Finanzdepartements im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro».

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten siehst du hier in den Videos.

Finanzminister Ueli Maurer weibelt gegen die 99-Prozent-Initiative der Juso. Er hält sie für ungerecht, weil die Reichsten schon viele Steuern zahlen würden. Wären die Steuern noch höher, würden einige die Schweiz verlassen. Dann müssten andere die Steuerlast tragen, sagte der Bundesrat im Talk.

Auch über die 25 Milliarden Franken Schulden wegen der Corona-Krise hatte Maurer eine klare Meinung. Sie sollen in acht Jahren abgebaut sein, damit nicht noch die nächste Generation darunter zu leiden hat.

20 Minuten traf Maurer beim Bernerhof, dem Sitz des Finanzdepartements gleich neben dem Bundeshaus. Im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro» nahm Maurer Stellung zu den Fragen der 20-Minuten-Community.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Livechat siehst du hier in den Videos:

«Viele werden sich das Covid-Zertifikat nicht bieten lassen»

Was hält Maurer von der geplanten Ausweitung der Covid-Zertifikatspflicht des Bundesrats? «Wenn man es einführt, gibt es viele Konfrontationen. Dann haben wir plötzlich Tausende Hilfspolizisten», sagt Maurer.

«Die Corona-Schulden müssen in acht Jahren abgebaut sein»

Wann werden die gesamten Corona-Schulden abgebaut sein? « Die Schulden müssen in acht Jahren abgebaut sein, damit wir den Nachkommen etwas Positives hinterlassen können», sagt Maurer.

«Wir geben das Geld zu leichtfertig aus»

Zahlt der Finanzminister gerne Steuern? «Ja, aber zum Teil geben wir das Geld zu leichtfertig aus. Es ärgert mich, dass wir Dinge zahlen müssen, die es nicht bräuchte», sagt Maurer.

«Wenn man jemandem etwas wegnimmt, werden die anderen nicht reicher»

Ein 20-Minuten-Community-Mitglied will wissen, warum die armen Familien in der Schweiz immer ärmer und die Reichen immer reicher werden? Ausgleich könnte die Juso-Initiative schaffen. «Das stimmt nicht, die Unterschiede sind seit Jahrzehnten praktisch unverändert», sagt Maurer.

«Die Reichen werden sich gut überlegen, wo sie Steuern zahlen wollen»

Maurer warnt davor, dass Reiche beim Annehmen der 99-Prozent-Initiative die Schweiz verlassen könnten. Doch wie viele würden tatsächlich wegziehen? «Das ist schwierig zu beurteilen. Die Gefahr, dass wir steuerliche Wertschöpfung verlieren, ist aber real», sagt Maurer.

«Ich konnte auch lange nicht in die Ferien gehen»

Ein 20-Minuten-Community-Mitglied schreibt Maurer, dass er und seine Partnerin mit Löhnen im Detailhandel gerade so über die Runden kommen. Ferien hätten die beiden seit fünf Jahren nicht mehr gehabt. Weiss der Bundesrat, was es heisst, mit wenig Geld leben zu müssen? «Die Verhältnisse kenne ich gut. Ich habe sechs Kinder und wir hatten auch eine Phase, in der wir zehn Jahre nicht in die Ferien gehen konnten», sagt Maurer.

Vom Buchhalter zum Finanzminister

Bundesrat Ueli Maurer ist seit 2016 Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD. Im Bundesrat ist der 70-jährige SVP-Politiker seit mittlerweile zwölf Jahren vertreten. Maurer ist in Wetzikon (ZH) geboren, verheiratet und hat sechs Kinder. Er machte eine KV-Ausbildung und absolvierte das Buchhalterdiplom.

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