Alkohol-Werbeverbot: «Viele Zürcher Sportvereine wären bedroht»
Aktualisiert

Alkohol-Werbeverbot«Viele Zürcher Sportvereine wären bedroht»

Das Zürcher Volk wird 2014 über ein Alkohol-Werbeverbot an Sportanlässen abstimmen. Sportvertreter sind besorgt – sie fürchten um die Existenz von Sportvereinen.

von
Tobias Wedermann
Esther Maurer, Präsidentin des Blauen Kreuzes Zürich, mit Mitarbeitern bei der Übergabe der Unterschriften für die Initiative für ein Alkohol-Werbeverbot an Sportanlässen.

Esther Maurer, Präsidentin des Blauen Kreuzes Zürich, mit Mitarbeitern bei der Übergabe der Unterschriften für die Initiative für ein Alkohol-Werbeverbot an Sportanlässen.

Das Blaue Kreuz Zürich hat gestern seine Volksinitiative eingereicht, die ein Verbot von Werbung für Alkohol auf Sportplätzen und an Sportveranstaltungen fordert. Mit 8422 Unterschriften wurden die vorgeschriebenen 6000 klar übertroffen. Voraussichtlich 2014 kommt die Initiative vors Volk.

Bei den grossen Zürcher Klubs würde das Verbot derzeit nur die Kloten Flyers tangieren – sie haben einen Sponsor aus der Bierbranche. Hart würde es auch den 1.-Liga-Hockeyverein EHC Winterthur treffen: Er würde mit Haldengut einen seiner Hauptsponsoren verlieren. «Ein wichtiger Teil unserer Sponsoring­einnahmen würden wegfallen», so Sportchef Erwin Füllemann.

Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes, sieht besonders die lokalen Vereine und Veranstaltungen in Gefahr. «Diese Vereine sind sehr auf Partnerschaften mit Vertretern auch aus unserer Branche angewiesen, mit denen eine lokale Verbundenheit besteht.»

«Die Gefahr ist gross, dass viele Vereine verschwinden»

Yolanda Gottardi, Geschäftsführerin des Zürcher Kantonalverbands für Sport, geht noch einen Schritt weiter: «Ohne diese Werbeeinnahmen ist die Gefahr gross, dass viele Vereine verschwinden und Jugendliche allenfalls auf der Strasse landen.» Diese Initiative sei daher «sehr kontraproduktiv». Wichtiger als Verbote sei Prävention.

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