Aktualisiert 27.07.2015 17:57

Tiefe HelmtragequoteVielen Frauen ist die Frisur wichtiger als der Schutz

Nur 43 Prozent der Frauen tragen auf dem Velo einen Helm. Bei den Männern sind es 50 Prozent. Das liegt jedoch nicht nur an der Eitelkeit.

von
lüs
Frauen sind im Vergleich zu Männern Velohelm-Muffel.

Frauen sind im Vergleich zu Männern Velohelm-Muffel.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) erhebt jedes Jahr die Helmtragequote bei Velofahrern. Sie ist wieder gestiegen – 47 Prozent schützen ihren Schädel. Doch zwischen den Geschlechtern zeigen sich deutliche Unterschiede: Während bei den Männern 50 Prozent Helm tragen, sind es bei den Frauen lediglich 43 Prozent.

Das ist erstaunlich – denn eigentlich gelten Männer als das risikofreudigere Geschlecht. BFU-Sprecher Rolf Moning sagt auf Anfrage: «Vielen Frauen ist ihre Frisur wichtig, dies kann dazu führen, dass sie auf das Helmtragen verzichten.»

Männer betreiben Velofahren öfter als Sport

Der Hauptgrund sei die Frisur aber nicht. Vielmehr komme es zu diesen Unterschieden, weil Frauen aus anderen Gründen aufs Velo steigen als Männer. Männer betreiben Velofahren häufig als Freizeitsport: «Und beim sportlichen Velofahren ist die Helmtragequote am höchsten», so Moning.

Beim Velofahren in der Freizeit tragen gemäss den Zahlen des BFU 53 Prozent einen Helm. Hingegen schützen sich nur 21 Prozent der Personen, die das Velo zum Einkaufen nutzen, mit einem Helm. Bei Personen, die zur Arbeit oder in die Schule radeln, liegt der Helm-Anteil bei rund 30 Prozent.

Dass Frauen im Vergleich zu Männern Helm-Muffel sind, ist kein neues Phänomen: Im Jahr 1998 trugen erst 10 Prozent der Velofahrerinnen Helm, bei den Männern waren es bereits 17 Prozent.

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