Vielflieger leben gefährlich
Aktualisiert

Vielflieger leben gefährlich

Häufiges Fliegen auf langen Strecken erhöht das Risiko für schwere Thrombosen um mehr als das Dreifache. Besonders gefährdet: Menschen unter 30 Jahren und Frauen, welche die Pille nehmen.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die im US-Online-Journal «Public Library of Science» (PLoS) veröffentlicht wurde.

Der niederländische Mediziner Frits Rosendaal von der Universität Leiden und seine Kollegen hatten 8755 Vielflieger, die für international tätige Firmen arbeiteten, im Durchschnitt mehr als vier Jahre lang beobachtet.

Sie sassen über 17 Prozent ihrer Zeit im Flieger. 53 von ihnen bekamen schwere Verschlüsse der Blutgefässe wie tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie.

Die Forscher schlossen daraus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Thrombose bei Langstrecken-Vielfliegern 3,2 pro 1000 Personenjahre beträgt, im Gegensatz zu 1 pro 1000 für Menschen ohne regelmässige Langstreckenflüge.

«Diese Rate entspricht einem Risiko von einer Erkrankung auf 4656 Langstreckenflügen», sagte Rosendaal. Das Risiko war am höchsten bei Unter-Dreissigjährigen, bei Frauen, die die Pille nehmen, und bei besonders kleinen, grossen oder übergewichtigen Menschen.

Die meisten Thrombosen traten zwei Wochen nach dem Flug auf. Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich zum Beispiel in den Blutgefässen der Beine bilden. Die Klumpen können sich lösen und zur Lunge wandern, wo sie eine lebensgefährliche Embolie auslösen können. (sda)

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