3 mit Drama: Ella lässt die Knoten in ihrer Brust untersuchen

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3 mit Drama«Vielleicht erhalte ich heute die Diagnose Brustkrebs!»

Der Knoten, den Ella in der Brust fühlte, war auch bei der Frauenärztin im Ultraschall sichtbar. Sie hat Ella deswegen zu einer Spezialistin überwiesen.

von
Ella
Meret Steiger
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Ellas Frauenärztin überweist sie an eine Spezialistin, die den Knoten in ihrer Brust genauer untersucht.

Ellas Frauenärztin überweist sie an eine Spezialistin, die den Knoten in ihrer Brust genauer untersucht.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

Nach sehr langem Warten war also endlich der Tag da und ich wusste: Heute erhalte ich vielleicht die Diagnose Brustkrebs. Ich sass vor meiner Frauenärztin, schilderte meine Busen-Entdeckung und meine dumpfen Schmerzen im oberen Brustbereich. «Machen Sie sich bitte oben frei», sagte die Ärztin, und wies mich daraufhin an, die Hände hinter dem Kopf zu falten. «Ihre linke Brust ist grösser als die rechte, war das schon immer so?» Ich zuckte mit den Achseln, war plötzlich nicht mehr sicher. Sicher war ich aber, dass ich gelesen hatte, dass einseitige Brustvergrösserung ein Zeichen für Brustkrebs sein kann. Ich schluckte leer.

Die Ärztin tastete meine Brust ab. An der schmerzhaften Stelle verharrte sie. «Hier?», fragte sie. Ich nickte. Sprechen ging irgendwie nicht mehr. «Legen Sie sich hin, wir machen einen Ultraschall.» Sie verteilte kühles Gel auf meinen Brüsten und nahm den Ultraschall zur Hand. «Hier ist die Fettschicht, hier das Drüsengewebe», sagte sie. Milchdrüsen. Ich schluckte wieder. Ich habe ja nicht wirklich einen Kinderwunsch. In diesem Moment aber dachte ich fest an eine süsse kleine Ella, die an meinen Brüsten nuckelt. An meinen Brüsten, die vielleicht einen Tumor in sich trugen.

«Zuerst hörte ich nur ‹Tumor› und erstarrte innerlich»

«Hier, eine kleine Zyste», sagte die Gynäkologin, «hier noch eine. Die sehen aber harmlos aus». Sie bewegte das Gerät weiter. «Ah, und das hier, das könnte ein Fibroadenom sein, das ist wahrscheinlich der Knoten, den Sie tasten können.» Sie stellte das Gerät ab und gab mir Papier zum Abputzen des Gels. Fibroadenome seien gutartige Tumore in der Brust. Sie entstünden durch knotige Vermehrung von Binde- und Drüsengewebe, erklärte sie mir. Zuerst hörte ich nur «Tumor» und erstarrte innerlich. Langsam drang der Rest des Gesagten durch. «Ich habe also keinen Brustkrebs?», fragte ich die Ärztin mit piepsiger Stimme. «Sieht nicht danach aus. Zur Sicherheit überweise ich sie aber an eine Spezialistin. Diese wird vielleicht eine Biopsie machen. Dazu werden sie lokal betäubt.»

Jetzt musste ich also schon wieder auf einen Termin warten. Ihr lieben Braties und Smarties da draussen: Tausend Dank für eure Post, in der ihr mir so lieb Glück gewünscht und mir erzählt habt, wie ihr selbst schon auf Diagnosen warten musstet. Nicht googeln, war euer dringendster Rat. Dieses Mal befolgte ich ihn mithilfe von zu viel Rotwein einigermassen konsequent. Da der Oktober Brustkrebs-Awareness-Month ist, begegnete mir das Thema trotzdem ständig auf Instagram. Und to be true, die Biopsie machte mir schon Angst. Ich hasse Nadeln, die mich stechen. Und dann noch in die Brüste. Als wären sie Wasserballone. 

«Vielleicht ist mein fehlendes Commitment die Ursache allen Übels?»

Ein paar Tage später same procedure as last week: Arme hinter den Kopf, Gel auf die Brust, Ultraschall auf der Haut. Been there, done that. Auf dem Tisch der Busen-Spezialistin sah ich die Fotos ihrer Kinder. Blonde, lächelnde Gesichter. Bestimmt hat sie sie gestillt mit ihren gesunden Brüsten, aus denen monatelang die Milch nur so gesprudelt ist.

Vielleicht mache ich etwas grundsätzlich falsch mit meinem chaotischen Leben, den random Männerbekanntschaften? Vielleicht ist mein fehlendes Commitment für eine richtige Beziehung, getrennte Weisswäsche, Sauerteigbrot und Urban Gardening die Ursache allen Übels? Stattdessen pflege ich Triple A: Ausgehen, Alkohol, Auspennen. Und Avocado-Toast danach.

«Heute hatte ich mein Busenwunder erlebt»

Die Busenärztin riss mich aus meinen Gedanken: «Ich sehe nichts, das mir Sorgen bereitet. Die Zysten und der Gewebeklumpen sehen harmlos aus, eine Biopsie braucht es nicht. Aber kommen Sie in sechs Monaten zur Kontrolle.» Gewebeklumpen – das klang doch gleich viel netter als Tumor. Gewebeklumpen im Gewebeklumpen. Ich zog mich an und tätschelte meinen Busen. Und dann stolzierte ich mit vorgereckter Brust aus der Praxis. Heute hatte ich mein Busenwunder erlebt. Göttin sei Dank!

Wie oft tastest du deine Brust nach Knoten ab?

Ohlala! Hast du Lust auf mehr Abenteuer von Ella, Bruce und Lars?  

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Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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