Der Künstler spricht: «Vielleicht gibts einen Fischmarkt»
Aktualisiert

Der Künstler spricht«Vielleicht gibts einen Fischmarkt»

Der umstrittene Hafenkran kommt definitiv 2014. Künstler Jan Morgenthaler ist froh, dass er nun endlich auf Shoppingtour gehen kann.

von
Roman Hodel
Das Bild des Hochbaudepartements der Stadt Zürich zeigt eine Fotomontage des geplanten Hafenkrans am Limmatquai.

Das Bild des Hochbaudepartements der Stadt Zürich zeigt eine Fotomontage des geplanten Hafenkrans am Limmatquai.

Herr Morgenthaler, der Hafenkran ist bewilligt. Ein Freudentag für Sie?

Jan Morgenthaler: Klar! Das bedeutet Planungssicherheit und wir können endlich einen Kran suchen gehen.

Trotzdem wird dieser erst 2014 aufgestellt – warum dauert es noch so lange?

Zuerst müssen wir einen geeigneten ­Occasions-Kran finden – beispielsweise in Genua, Barcelona oder Rotterdam – dann den Transport organisieren. Da gibt es noch viel zu tun.

Die Bewilligung ist da, weil sich der einzige Rekurrent zurückgezogen hat – konnten Sie ihn denn vom Projekt überzeugen?

Nein. Wir hatten keinen Kontakt mit ihm. Wir wissen nur, dass es ein erzürnter Bürger war, der sich über die Kosten ärgerte.

Der Hafenkran erregt die Gemüter, seit er vor dreieinhalb Jahren erstmals vorgestellt wurde. Wieso blieben Sie eigentlich stets gelassen?

Kontroverse gehört bei Kunst im öffentlichen Raum dazu, das muss man aushalten. Vor allem in der Altstadt, die für viele als ewig schöner Ort gilt. Immerhin erhielt ich dieses Mal keine Morddrohung – anders als vor 13 Jahren, als ich die Zwingli-Statue vom Sockel geholt hatte. Das ist doch ein Fortschritt.

Gab es dennoch Momente, in denen Sie dachten, das Projekt würde scheitern?

Nein. Für die Stadt stand viel Prestige auf dem Spiel. Zudem gab uns ein abgeschlossener Werkvertrag Zuversicht.

Was können die Zürcher 2014 abgesehen vom Hafenkran erwarten?

Ein attraktives Rahmenprogramm, vielleicht einen Fischmarkt – mehr wollen wir noch nicht verraten.

Gegner geben sich nicht geschlagen

Trotz Baubewilligung geben die Hafenkran-Gegner im Zürcher Gemeinderat noch nicht auf: «Im Budget 2014 ist nochmals ein wesentlicher Betrag zur Realisierung des Kunstprojekts enthalten – wir werden alles daran setzen, dass das Parlament dieses Geld bei der Budget­debatte streicht», sagt SVP-Fraktionschef Mauro Tuena. Wann genau der maximal 30 Meter hohe Hafenkran 2014 aufgestellt wird, will die Stadt «aus künstlerischen Überlegungen» nicht bekannt geben.

Deine Meinung