02.06.2020 13:15

Walensee

Vermisster Mann (27) tot geborgen

Seit Montagnachmittag suchte die Kantonspolizei St. Gallen im Walensee bei Walenstadt SG nach einem Vermissten. Am Dienstag konnte der 27-Jährige nur noch tot geborgen werden.

von
Tabea Waser

Darum gehts

  • Seit Montagnachmittag wurde im Walensee ein Mann vermisst.
  • Die Polizei suchte mit Booten, Tauchern, Drohne und Sonargerät nach dem 27-Jährigen.
  • Am Dienstag wurde der Mann tot geborgen.

Eine Leserreporterin hatte am Montag gemeldet, dass eine Suchaktion am Walensee laufe. Sie selbst hörte Hilfeschreie vom Wasser. «Die Person schrie ‹Hilfe›, aber es war sehr schlecht zu verstehen», so die 21-Jährige. Wie die Kantonspolizei St. Gallen am Montag mitteilte, erhielt die Notrufzentrale um 15.30 Uhr die Meldung über Schreie auf dem Wasser. Trotz intensiver Suche, unter anderem auch unter Zuhilfenahme von Drohnen, konnte der Mann am Montag nicht aufgefunden werden. Bei Einsetzen der Dunkelheit musste der Einsatz abgebrochen werden.

Es handelt sich um einen 27-jährigen Asylbewerber aus Syrien, wie Florian Schneider, Sprecher der Kapo SG, am Montag auf Anfrage sagte. «Er war mit zwei weiteren Kollegen auf einem Schlauchboot unterwegs, sie gingen schwimmen, und dann verschwand er plötzlich», so Schneider. Es sei nicht das erste Mal, dass der 27-Jährige dort schwimmen war. Die Polizei gehe deshalb davon aus, dass der Mann sehr wohl schwimmen könne. Man wisse allerdings nicht wie gut und was genau das Problem am Montagnachmittag gewesen sei. Die Angst bei Freunden und Verwandten des Vermissten ist indes gross. «Kurz vor seinem Verschwinden schickte er uns noch Fotos und Videos in einem Gruppenchat», sagte ein Cousin dem «Blick». Die letzte Nachricht habe er um 15.04 Uhr versendet, es war ein Bild aus dem Boot.

Suche mit Sonarboot

Am Dienstagmorgen wurde die Suche fortgesetzt, wie die Kantonspolizei St. Gallen in einer Mitteilung schreibt. Mehrere Polizeipatrouillen durchsuchten zu Fuss den Uferbereich. Der Polizeihelikopter unterstützte diese Suche aus der Luft. Auch die Polizeitaucher standen wieder mit mehreren Teams im Einsatz. Die Kantonspolizei Zürich hätte die Suche zudem mit einem Sonarboot unterstützt.

Kurz vor 15 Uhr konnte dank dem Sonar ein möglicher menschlicher Körper in 38 Metern Tiefe, rund 270 Meter vom Ufer entfernt ausgemacht werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die anschliessend abgetauchten Polizeitaucher der Kantonspolizei St.Gallen konnten am Seegrund eine leblose männliche Person antreffen. Gemäss ersten Erkenntnissen dürfte es sich um den vermissten Mann handeln. Die genaue Identifizierung und die Ermittlungen zur Todesursache stehen noch aus.

Wasserleichen im Bodensee

Nicht alle Wasserleichen werden gefunden. Auf dem Grund des Bodensees liegen knapp hundert. Seit 1947 wird nämlich eine Liste von vermissten Personen im Bodensee geführt. Weil der Bodensee je nach Wasserstand mehr als 250 Meter tief sein kann, kommen Leichen nicht mehr an die Oberfläche. «Ab 60 Meter Tiefe ist der See nur noch vier Grad warm. Das ist wie ein Kühlschrank. Bei dieser Temperatur entstehen kaum noch Gase, die den Körper nach oben treiben könnten», sagte Marcel Kuhn von der Thurgauer Seepolizei in einem früheren Interview. Der Wasserdruck tue das Übrige und verhindere zusätzlich den Auftrieb. «Bis 20 Meter Seetiefe stehen die Chancen gut, dass ein Körper an die Oberfläche treibt», so Kuhn. Würden die Körper tiefer liegen, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Auftriebs.

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