Aktualisiert 11.03.2014 10:21

Mormonen-Familie fordertVielweiberei und Vielmännerei für alle

Die Familie Williams zählt sich zur Religionsgemeinschaft der Mormonen. Die fünf Ehefrauen und ihr Ehemann Brady erziehen ihre 24 Kinder erstaunlich liberal.

von
kmo

Die Mormonen-Familie Williams aus Salt Lake City,Utah, läuft auch liberalen Geistern den Rang ab. So fordern die fünf Ehefrauen und ihr Ehemann, dass auch Frauen die Möglichkeit haben sollten, mehrere Partner zu ehelichen. Und auch Schwule und Lesben, eigentlich ein No-Go unter Mormonen, sollen die polygame Familienform leben können. Eine Lebensform, die heute nur noch unter fundamentalistischen Mormonengruppierungen erlaubt ist.

Die unorthodoxe Mormonenfamilie erhält jetzt ihre eigene Reality-TV-Show «My Five Wives» (dt: Meine fünf Ehefrauen). Die neun Teile, die ab Sonntag in den USA ausgestrahlt werden, zeigen das Familienleben der Williams. Inklusive Erziehung der 24 Kinder oder Eifersuchtsszenen unter den fünf Ehefrauen um Ehemann Brady. Das Besuchsrecht im Ehebett ist streng, aber fair geregelt: Jede Frau verbringt abwechselnd eine Nacht mit dem Gatten.

Dabei waren Paulie, Robyn, Rosemary, Nonie und Rhonda sowie Ehemann Brady laut «The Atlantic» vor acht Jahren noch Mitglieder der fundamentalistischen Mormonensekte Apostolic United Brethren. Wegen ihrer unorthodoxen Ansichten mussten sie die Kirche verlassen.

Wider das Ehefrauensammeln

Angefangen hatte ihr Sinneswandel, als die fünf Ehefrauen und ihr Mann Eltern wurden. Es fiel ihnen zunehmend schwer, ihren Kindern einzureden, dass man in der mormonischen Tradition als Mann möglichst viele Ehefrauen sammeln muss, um in den Himmel zu kommen. Und dass sich die Männer in der Ehe möglichst patriarchal zu benehmen haben.

«Wir haben uns von einer ausschliessenden Sichtweise zu einer einschliessenden entwickelt», umschreibt Ehefrau Robyn ihre liberalen Ansichten. Sie bringen ihren Kindern bei, dass das Geschlecht keine Rolle spielen darf, wenn es darum geht, was man im Leben erreichen kann. Und auch, dass es völlig normal ist, schwul oder lesbisch zu sein.

«Solange sich die Ehe um Liebe und Hingabe dreht, ist jede Form okay», sagt Ehemann Brady. Wichtig sei einzig, dass niemand zu etwas genötigt werde, was ihm oder ihr nicht entspreche.

Die Familie Williams im Video:

(Quelle: YouTube/TLC)

Mormonen und Polygamie

Joseph Smith, Gründer der Mormonen-Religionsgemeinschaft «Kirche Jesu Christi der Heiligen Letzten Tage», lebte die Vielehe. Diese wurde im Verlauf der Jahre zunehmend auch einfachen Mitgliedern nahegelegt. 1890 wurde die Polygamie jedoch abgeschafft und ist seither nur noch in einigen fundamentalistischen Mormonengruppierungen erlaubt.

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