Aktualisiert 11.08.2009 17:16

ETA-TerrorVier Bomben auf Mallorca explodiert

Die spanischen Behörden haben bestätigt, dass bei der Anschlagsserie auf Mallorca am Sonntag insgesamt vier Bomben explodiert sind. Von den Tätern fehlt weiterhin jede Spur – sie könnten bereits weg sein.

von
pbl

«Wir können davon ausgehen, dass es vier Sprengsätze waren, die explodiert sind», sagte der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba am Dienstag vor den Medien. Bisher waren drei Explosionen in Damentoiletten von Restaurants und in einem Einkaufszentrum der baskischen Untergrundorganisation ETA zugeschrieben worden. Bei der vierten Detonation war zunächst über eine defekte Gasleitung als Ursache spekuliert worden.

Die ETA hatte in mehreren Warnanrufen vor den Bomben gewarnt. Drei von ihnen seien jedoch so «unverständlich» gewesen, dass daraufhin nicht entsprechende Vorkehrungen getroffen werden konnten. Einer der Anrufe sei von einer Telefonzelle zwischen Limoges und Bordeaux im Südwesten Frankreichs abgesetzt worden, sagte der Innenminister. Gleiches könne auch für die anderen beiden Telefonate gelten.

Zwei Terrorzellen aktiv?

Hinter den Anschlägen steckten «logischerweise» die gleichen Täter wie bei dem Anschlag vom 30. Juli, bei dem zwei Polizisten getötet worden waren. Trotz der Anschläge dürften sich Touristen auf der Ferieninsel aber sicher fühlen, ergänzte Rubalcaba. Touristen seien nicht das Ziel der ETA. Die Polizei hatte am Montag nicht ausgeschlossen, dass die Bomben bereits vor Tagen gelegt wurden und die Attentäter die Insel längst verlassen haben. Ein Indiz ist die vierte Explosion in einer Bar – diese war seit Freitag geschlossen.

Weil die Sprengsätze in Damen-Toiletten explodierten, gehen die Ermittler von mindestens einer Frau unter den Bombenlegern aus. Gemäss der Zeitung «El País» besteht zudem der Verdacht, dass die ETA zwei Terrorzellen nach Mallorca geschickt hat. Eine habe den Anschlag von Palmanova verübt, die zweite bestehe aus Personen, die noch nicht polizeilich erfasst seien, und sei für die Anschläge vom Sonntag verantwortlich.

Weitere ETA-Attentate möglich

Und Spanien befürchtet weitere Anschläge der baskischen Separatisten. Die ETA werde zuschlagen, wann immer sie könne, warnte Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba am Dienstag vor Journalisten. «Deshalb können wir die Möglichkeit nicht ausschliessen, dass sie es wieder versuchen werden», sagte der Minister in Madrid. Die Sicherheitskräfte auf Mallorca und im ganzen Land blieben in höchster Alarmbereitschaft. (pbl/sda/dapd)

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