Mit Zahnbürsten: Vier Brüder zocken Amazon 19 Millionen Dollar ab

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Mit ZahnbürstenVier Brüder zocken Amazon 19 Millionen Dollar ab

Kriminelle versuchen immer wieder, den Onlinegiganten Amazon um Geld zu erleichtern. Ein neuer Fall aus den USA sorgt nun für Aufsehen. Die Betrüger verkauften Amazon mit einem Trick Zahnbürsten für fast 100 Dollar pro Stück.

von
Tobias Bolzern
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Unter anderem mit Zahnbürsten haben vier Brüder aus den USA den Onlinehändler Amazon um Millionen Dollar betrogen. 

Unter anderem mit Zahnbürsten haben vier Brüder aus den USA den Onlinehändler Amazon um Millionen Dollar betrogen.

Symbolbild: Getty Images
So lief die Betrugsmasche ab: Amazon bestellte bei den Brüdern Desinfektionsmittel. Anstatt 12 Kanister à 94 Dollar …

So lief die Betrugsmasche ab: Amazon bestellte bei den Brüdern Desinfektionsmittel. Anstatt 12 Kanister à 94 Dollar …

Getty Images/iStockphoto
… lieferten sie aber 7000 Zahnbürsten für 94 Dollar das Stück. Denn sie hatten zuvor die Produktenummern ausgetauscht. 

… lieferten sie aber 7000 Zahnbürsten für 94 Dollar das Stück. Denn sie hatten zuvor die Produktenummern ausgetauscht.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Vier Brüder haben den Onlinehändler Amazon betrogen.
  • Sie schickten mehr und andere Produkte, als bestellt wurden.
  • So ergaunerten sie sich einen Millionenbetrag.
  • Jetzt flogen sie auf. Sie müssen sich vor Gericht verantworten.

Vier Brüder haben es geschafft, den Onlineversandhändler Amazon um 19 Millionen Dollar zu betrügen. Dies berichtet das Technologie-Magazin «Wired». Wie dies gelang? Mit Zahnbürsten. Die Anklageschrift des US-Justizministeriums gibt Aufschluss über die Vorgehensweise. Die Brüder im Alter von 24 bis 32 Jahren machten sich einen Trick bei Amazons Bestellpraktiken zunutze, um zwei Jahre lang riesige Beträge einzusacken.

Bestellt der Amazon-Konzern bei Grossanbietern Waren, um sie auf der Plattform zu verkaufen, bekommen diese eine Nummer, um sie zu identifizieren. Gleichzeitig können die Verkäufer auf die Produkteinträge von Amazon zugreifen und sie verändern. Das macht zum Beispiel dann Sinn, wenn Produktbeschreibungen falsch oder unvollständig sind und korrigiert werden müssen. Im Falle der vier Brüder wurde dies aber offenbar für einen gezielten Betrug ausgenutzt.

94 Dollar pro Zahnbürste

Die Männer sollen die Identifikationsnummern von Produkten, die Amazon geordert hatte, ganz anderen Produkten zugewiesen haben. Klingt kompliziert, war aber in der Praxis simpel: Amazon bestellte etwa 12 Kanister Desinfektionsspray für 94 Dollar. Die Brüder änderten dies dann auf 7000 Zahnbürsten im Wert von 94 Dollar pro Zahnbürste. So stellten sie Amazon rund 650’000 Dollar in Rechnung. Die Masche wurde auch mit dem Tausch von Parfüm gegen Rasierapparate abgezogen. Den Betrug nennt man «overshipping».

«Lust, Amazon zu verarschen»

Der Fall flog trotz der horrenden Summen offenbar deshalb so lange nicht auf, weil Amazon nicht jede der Millionen Bestellungen bei den Tausenden Anbietern prüfen kann. Tatsächlich sind zwar einige der Versuche aufgeflogen, und die Konten der Brüder wurden gesperrt. Dass sie letztendlich aber geschnappt und vor Gericht gestellt wurden, ist auf ihre Unersättlichkeit zurückzuführen: Sie legten sich immer wieder neue Anbieterkonten an, um den Betrug fortzuführen.

Ihre betrügerische Masche führten die Brüder über zwei Jahre hinweg aus. Dabei tauschten sie sich offen im Familienchat auf Whatsapp über ihre Machenschaften aus. «Ich habe richtig Lust, Amazon zu verarschen», schrieb einer der Brüder im Chat. Im August 2020 wurden die vier Brüder verhaftet. Sie müssen sich nun vor Gericht wegen Betrug und Geldwäscherei verantworten.

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