Mexiko: Vier Festnahmen in Fall um 43 vermisste Studenten
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MexikoVier Festnahmen in Fall um 43 vermisste Studenten

Im Fall der verschwundenen Studenten in Mexiko wurden vier weitere Personen verhaftet. Es handelt es sich um Mitglieder einer Drogenbande.

Im Fall der verschwundenen Studenten in Mexiko ist es zu vier weiteren Verhaftungen gekommen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um Mitglieder der Drogenbande Guerreros Unidos. Zwei von ihnen sollen direkt für die Verschleppung der Studenten in Iguala im südlichen Bundesstaat Guerrero verantwortlich sein.

Das teilte die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft am Montag (Ortszeit) mit. Im Fall der möglicherweise getöteten 43 Lehramtsstudenten wurden damit bislang 56 Verdächtige festgenommen, unter ihnen etwa 40 Polizisten.

Die vier zuletzt Festgenommenen hätten zugegeben, an der «Entführung und dem Schicksal dieser Gruppe beteiligt» gewesen zu sein, sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam vor Journalisten. Es seien die ersten Verdächtigen, die direkt in das Verbrechen verwickelt seien und etwas über den Verbleib der Studenten wüssten.

Zwei der Festgenommenen hätten angegeben, eine grössere Gruppe Verschleppter entgegengenommen zu haben. Bei den anderen beiden handle es sich um Informanten der Guerreros Unidos.

Leichenteile auf Abfalldeponie

Nach Hinweisen der Festgenommenen entdeckten die Fahnder Leichenteile auf einer Abfalldeponie in der Ortschaft Cocula bei Iguala, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Ermittlerkreisen erfuhr. «Forensiker der Staatsanwaltschaft und Experten aus Argentinien suchen nach Beweisen, um die Angaben der Verdächtigen zu bestätigen», sagte Murillo Karam. «Wenn es keine Übereinstimmung gibt, setzen wir die Suche fort.»

Schon früher waren in der Nähe von Iguala Massengräber mit 38 Leichen gefunden worden. Bisherige Untersuchungen ergaben, dass es sich bei 28 Leichen aus den Gräbern nicht um vermisste Studenten handelte. Weitere Untersuchungen waren im Gange.

Bürgermeister unter Verdacht

Die Studenten werden seit Ende September vermisst. Die Gruppe war bei der Rückkehr von einer Spendensammelaktion von Polizisten und Mitgliedern der Guerreros Unidos angegriffen worden. Es wird befürchtet, dass sie getötet wurden.

Die Behörden vermuten, dass Igualas Bürgermeister José Luis Abarca das Vorgehen gegen die Studenten anordnete, um zu verhindern, dass sie am nächsten Tag eine Rede seiner Frau mit Protesten stören. Das mittlerweile untergetauchte Bürgermeisterpaar, das Verbindungen zur Drogenmafia unterhalten soll, gilt als Drahtzieher des Verbrechens.

Mehr als 1200 Sicherheitskräfte sind für die Suche nach den angehenden Lehrern mobilisiert. In Mexiko, wo die Gewalt der Drogenbanden seit Jahren zunimmt, hat der Fall eine Welle der Empörung ausgelöst und zu teils gewaltsamen Protesten geführt.

Gouverneur zurückgetreten

Am vergangenen Donnerstag trat der Gouverneur von Guerrero, Ángel Aguirre, zurück. Als sein Nachfolger amtiert seit Sonntag übergangsweise der Politikwissenschaftler und Soziologe Rogelio Ortega Martínez. Er wurde am Montag vom Präsidenten Enrique Peña Nieto in dessen Residenz in Mexiko-Stadt empfangen.

Bei dieser Gelegenheit kündigte der Staatschef an, in Guerrero «die Ordnung wiederherstellen» zu wollen. Zu diesem Zweck werde sein Sicherheitskabinett am Dienstag mit dem Gouverneur zusammentreffen. Angehörige der Verschwundenen kündigten unterdessen weitere Protestaktionen an. (sda)

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