Aktualisiert 29.06.2016 19:07

Grösstes Zuger StrassenbauprojektVier Kilometer neue Strassen für 200 Millionen

Die drei Kilometer lange Tangente Zug-Baar soll die Stadtzentren massiv entlasten und die Berggemeinden an die Autobahn anschliessen. Baustart ist am Montag.

von
dag
Die roten Linien zeigen den Verlauf der Tangente Zug-Baar.

Die roten Linien zeigen den Verlauf der Tangente Zug-Baar.

Kein Anbieter/Baudirektion des Kantons Zug

Es ist das grösste Strassenbauprojekt in der Geschichte des Kantons Zug. Die Entlastungswirkung der Tangente Zug-Baar soll sich grossräumig auswirken: «Sie bezieht sich insbesondere auf die Siedlungsgebiete von Baar, den nördlichen Teil von Zug sowie die bestehenden Einfallsachsen des Berggebiets in die Stadt Zug und Baar», sagt Baudirektor Urs Hürlimann. Hinzu kommt ein weiterer Kilometer Erschliessungsstrassen.

Am Montag werden nun nach Abschluss aller Planungsprozesse und Bewilligungsverfahren die Vorarbeiten aufgenommen. Dabei wird unter anderem die bisherige Fussgängerunterführung in Inwil durch eine Brücke ersetzt. Der Bau der neuen zweispurigen Kantonsstrasse erfolgt im Sommer 2017.

Die Tangente Zug-Baar, die 2021 in Betrieb genommen werden soll, führt vom Anschluss Margel an der Ägeristrasse zum Knoten Zugerstrasse im Talboden. Von dort verläuft sie auf der heutigen Südstrasse, die bis zum Autobahnanschluss Baar auf drei Spuren ausgebaut wird.

Vier Hauptfunktionen

Die Tangente erfüllt eine ganze Reihe von Funktionen. «Vier stehen im Vordergrund: Verbinden, erschliessen, entlasten und vernetzen», so Hürlimann.

Verbinden: Die Strasse verbindet die Berggemeinden mit der Autobahn Richtung Zürich und Luzern/Gotthard auf dem möglich kürzesten Weg. Aus Sicht von Martin Kempf, Bauchef von Menzingen, «ist dies gut für die Pendler und das Gewerbe.»

• Erschliessen: Die Tangente Zug-Baar ist das Rückgrat der aufstrebenden Arbeitsplatzgebiete Baarermatt, Göbli, Neufeld und der Gewerbezone Neuhof westlich der Bahnlinie Zug-Baar. Diese Gebiete werden untereinander besser vernetzt und direkt an die Autobahnen Zürich-Luzern/Gotthard angebunden.

• Entlasten: Der Verkehr aus den Berggemeinden fliesst direkt auf die Autobahn statt auf Umwegen durch die Ortskerne von Baar und Zug. Die Tangente Zug-Baar entlastet namentlich die Wohngebiete entlang der Ägeristrasse und das Zentrum von Baar sowie die nordöstlichen Wohngebiete der Stadt Zug. Ein Paket von sieben flankierenden Massnahmen unterstützt die gewünschten Verlagerungen.

• Vernetzen: Die Tangente Zug-Baar ist kein Einzelbauwerk, sondern integraler Bestandteil des Zuger Gesamtverkehrskonzeptes. Dessen Projekte bilden ein sorgfältig abgestimmtes Netzwerk und entfalten ihre optimale Leistung erst im Zusammenwirken. So profitiere nicht zuletzt der öffentliche Verkehr von der Tangente Zug-Baar, welche die Zugerstrasse zugunsten des Busverkehrs wesentlich entlasten wird.

Laut der Baudirektion wird nach der Eröffnung der Tangente damit gerechnet, dass die Stadt Zug um bis zu 30 Prozent weniger Verkehr schlucken muss. In Baar soll der Verkehr auf einigen Strassen gar um bis 60 Prozent, die Nordstrasse – die direkte Verbindung zur Autobahn – um bis zu 50 Prozent entlastet werden.

Kosten von 201 Millionen Franken

Das kantonale Strassennetz wurde in den vergangenen Jahren kaum ausgebaut. Es sei streckenmässig auf dem Stand der frühen 70er Jahre – obwohl sich die Anzahl der Autos seither verfünffacht habe, hiess es in den Erklärungen des Regierungsrates zur Volksabstimmung vom November 2009.

Die Kosten des Zuger Strassenbauprojektes werden inklusive aller damit verbundenen Schutzmassnahmen sowie dem Ausbau des Fuss- und Radwegnetzes auf 201 Millionen Franken veranschlagt. Die Kosten gehen zu Lasten der Spezialfinanzierung Strassenbau des Kantons Zug, der mit Erträgen der Motorfahrzeugsteuern und Treibstoffzoll-Geldern gespeist wird.

(dag/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.