Aktualisiert 16.03.2017 18:02

Tödliche SchneemassenVier Lawinenopfer stammen aus dem Aargau

Die Schweizer, die durch eine Lawine im Tirol ums Leben gekommen sind, stammen aus Brittnau und Strengelbach AG. Sie waren mit dem MTV Brittnau unterwegs.

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jdr/bee/fal

Lawine in Tirol reisst mehrere Schweizer Skitourenfahrer in den Tod. (Video: Tamedia/zeitungsfoto.at)

Bei einem Lawinenunglück in der Nähe von Innsbruck sind mindestens vier Skitourenfahrer getötet worden, die aus der Schweiz stammen. Genauer stammen sie aus Brittnau und Strengelbach im Kanton Aargau und waren mit dem MTV Brittnau anlässlich einer Skitourenwoche unterwegs. Dies berichtet das «Zofinger Tagblatt». Die örtliche Polizei bestätigte, dass es sich um eine Schweizer Gruppe handelte.

Die Lawine dürfte rund 700 Meter lang gewesen sein. Das Unglück ereignete sich am Mittwoch gegen Mittag unterhalb des 2453 Meter hohen Jochgrubenkopfes. Die Schneemassen begruben im Gemeindegebiet von Schmirn im Tirol (Bezirk Innsbruck-Land) die Wintersportler unter sich. Betroffen war eine achtköpfige Gruppe von Tourengängern. Vier von ihnen konnten sich selbst befreien und die Rettungskräfte alarmieren.

«Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gruppe die Lawine ausgelöst hat, ist sehr hoch», sagt Rudi Mair, Chef des Lawinenwarndienstes Tirol zur «Tiroler Tageszeitung». Wo genau das rund zwei Meter hohe Schneebrett abgegangen ist, das werde man bei der vorliegenden Situation wohl nie ganz genau sagen können.

Eigentlich nur mässige Lawinengefahr

Nachdem zunächst drei Leichen geborgen wurden, konnte am Abend auch das vierte Opfer nur noch tot geborgen werden, wie der Geschäftsführer der Tiroler Bergrettung, Peter Veider, der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte.

«Der Verschüttete hatte sich rund zwölf Meter unter der Oberfläche befunden», fügte er hinzu. Für seine Bergung musste eine Schneefräse angefordert werden, wie ein Mitarbeiter der Alpinpolizei der «Tiroler Tageszeitung» schildert. Es waren zahlreiche Helfer im Einsatz gewesen. Laut einer Sprecherin der Polizei wurden die Überlebenden mit einem Helikopter evakuiert.

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Ort des Unglücks: Der Jochgrubenkopf in den Tuxer Alpin in der Nähe der Tiroler Stadt Innsbruck. (15. März 2017)

Ort des Unglücks: Der Jochgrubenkopf in den Tuxer Alpin in der Nähe der Tiroler Stadt Innsbruck. (15. März 2017)

kein Anbieter/Keystone/Zeitungsfoto.at
Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich bei den vier Todesopfern um vier Schweizer Alpinisten handeln. Das EDA klärt dies noch ab.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich bei den vier Todesopfern um vier Schweizer Alpinisten handeln. Das EDA klärt dies noch ab.

kein Anbieter/Keystone
700 Meter breit ist die Lawine gewesen.

700 Meter breit ist die Lawine gewesen.

kein Anbieter/Zeitungsfoto.at

Der Notruf bei der Polizei ging um 12.40 Uhr ein. Es herrschte laut Warndienst nur eine mässige Lawinengefahr, Stufe 2 auf der fünfteiligen Skala. In der vergangenen Woche war jedoch in Tirol reichlich Neuschnee gefallen.

Mit den vier jüngsten Opfern starben in diesem Jahr nach offiziellen Angaben bereits 17 Menschen durch Lawinen in Österreich. Im vergangenen Jahr starben insgesamt 267 Menschen in den österreichischen Alpen, 17 davon bei Lawinenabgängen. (jdr/bee/fal/sda)

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