Darknet: Vier Schweizer unter Pädophilie-Verdacht
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DarknetVier Schweizer unter Pädophilie-Verdacht

Die Plattform «Elysium», auf der Material mit pädophilem Inhalt getauscht wurde, sollen auch vier Schweizer genutzt haben. Die Ermittlungen laufen.

von
dmo
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Gegen vier Schweizer laufen Ermittlungen.

Gegen vier Schweizer laufen Ermittlungen.

Keystone/A4796/_silas Stein
Sie sollen auf der Plattform «Elysium» aktiv gewesen sein. Auf dieser wurde Material mit pädophilem Inhalt getauscht.

Sie sollen auf der Plattform «Elysium» aktiv gewesen sein. Auf dieser wurde Material mit pädophilem Inhalt getauscht.

epa/Peter Nissen / us Immigration and Customs Enforcement / Handout
Im Darknet wir unter anderem auch mit Waffen und Drogen gehandelt.

Im Darknet wir unter anderem auch mit Waffen und Drogen gehandelt.

Keystone/Sven Hoppe

Mitte des letzten Jahres spürten deutsche Ermittler die Plattform «Elysium» im Darknet auf und schlossen sie. Es handelt sich dabei um den Teil des Internets, in dem Nutzer zum grössten Teil anonym agieren können. Bei «Elysium», was soviel bedeutet wie «Insel der Seeligen», hatten sich 2016 und 2017 über 100'000 Männer weltweit registriert, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet (Artikel online nicht verfügbar).

Der Name der Plattform trügt. Mitglieder tauschten darauf kinderpornografisches Material aus. Die jüngsten Opfer waren gerade mal zwei Jahre alt. Einige Nutzer trafen sich sogar mit Kindern und missbrauchten diese sexuell. Die Betreiber stehen in Limburg (D) vor Gericht.

«Zahl der Angezeigten ist gestiegen»

Wie die «NZZ am Sonntag» weiter schreibt, wird auch gegen vier Männer aus der Schweiz ermittelt. Wie Florian Näf vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) sagt, habe man die Hinweise von Europol erhalten und sie den Kantonspolizeien weitergeleitet. Was den Männern vorgeworfen und wo genau ermittelt wird, sagt das Fedpol nicht.

Fest steht aber, dass die Zahl der Männer, die in diesem Bereich angezeigt wurden, in den letzten zehn Jahren angestiegen ist, wie die Zeitung berichtet – von 1100 auf 1500. Dies gehe aus der polizeilichen Kriminalstatistik der Schweiz hervor. Dabei wird das Darknet für die kriminellen Machenschaften immer wichtiger, sagt Näf.

Aber nicht nur Pädophile tummeln sich im anonymen Netz. «Es werden gefälschte Dokumente, Waffen oder auch Betäubungsmittel verkauft», so der Fedpol-Sprecher. In den Kantonen Zürich, Bern und Aargau laufen zurzeit verschiedene Ermittlungen.

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