Meisterkampf wird lanciert - Vier spannende Duelle – wie heiss sind die Hockey-Teams aufs Playoff?
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Meisterkampf wird lanciertVier spannende Duelle – wie heiss sind die Hockey-Teams aufs Playoff?

It’s Playoff-Time! Die schönste, aber zugleich auch anspruchsvollste Zeit im Eishockey fängt am Dienstag an. Können die Underdogs den Favoriten ein Bein stellen? Und dominiert Zug auch das Playoff?

von
Florian Osterwalder
Nils Hänggi
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Wer holt sich das Objekt der Begierde? Am Dienstag starten die Playoff-Viertelfinalspiele in der Swiss National League. 

Wer holt sich das Objekt der Begierde? Am Dienstag starten die Playoff-Viertelfinalspiele in der Swiss National League.

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Captain Simon Moser sieht die Stärken seines SCB vor allem im Umgang mit Situationen, wo sie mit dem Rücken zur Wand stehen. 

Captain Simon Moser sieht die Stärken seines SCB vor allem im Umgang mit Situationen, wo sie mit dem Rücken zur Wand stehen.

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Santeri Alatalo sieht die Stärken der Zuger in der Breite des Kaders: «Wir haben vier Linien, die den Unterschied ausmachen können.» 

Santeri Alatalo sieht die Stärken der Zuger in der Breite des Kaders: «Wir haben vier Linien, die den Unterschied ausmachen können.»

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Darum gehts

  • Am Dienstag starten die Playoff-Duelle mit den Viertelfinals.

  • Kann Zug seine Dominanz aus der Quali gegen den SCB bestätigen und zieht ins Halbfinal ein?

  • Die Lakers haben nichts zu verlieren als Underdog gegen Lugano.

  • ZSC Lions gegen Lausanne HC gab es bisher erst einmal im Playoff. Die Lions besiegten die Romands im Final und wurden Meister.

  • Fribourg-Gottéron ist gegen Servette-Genf leicht zu favorisieren. Die Freiburger wurden in der Quali dritter, Servette sechster.

Am Dienstag starten die Playoff-Duelle. Als letztes Team schnappte sich der SC Bern einen Playoff-Platz. Die Berner gewannen am Sonntagabend mit 3:0 gegen den HC Davos, schickten die Bündner somit vorzeitig in die Ferien. Davor schafften es bereits sensationell die Lakers, die im Pre-Playoff zweimal Biel schlugen. Dank des Triumphes steht die Mannschaft von Jeff Tomlinson erstmals seit 2008 wieder im Playoff — absolut fantastisch für den Verein, der in den letzten Jahren immer wieder gegen den Abstieg kämpfte!

Und nun also das Playoff. Zug trifft auf Bern, Lugano auf die Lakers. Fribourg muss gegen Genf-Servette ran und Lausanne geht ins Duell mit den Lions. Wer kann die Viertelfinal-Duelle für sich entscheiden? Wer zieht in den Halbfinal und später in den Final ein? Wer wird Meister? Fragen über Fragen. Und noch keine Antworten. Sicher ist nur: Das Playoff wird anders als in den vergangenen Jahren sein. Der Grund, wie kann es auch anders sein: Corona. So müssen sämtliche Mannschaftsmitglieder vor dem Start einen PCR-Test machen. Weitere kommen während der Partien hinzu. Ebenso bewegen sich sämtliche Spieler und Staff-Mitglieder ausschliesslich innerhalb der Eishallen (Sport-Bubble) und im eigenen Zuhause (Home-Bubble). Kontakte darf es nur innerhalb des Teams und mit Angehörigen des gleichen Haushalts geben.

Wie sind die Teams aber drauf? Weshalb glauben die Spieler, dass genau sie und ihr Team den Titel gewinnen werden? Und werden sie sich in der Double-Bubble langweilen? 20 Minuten hat bei den Playoff-Teams nachgefragt.

EV Zug

Santeri Alatalo freut sich aufs Playoff. Auf die Frage warum Zug Meister wird, meint er gegenüber 20 Minuten: «Wegen unseres Spielsystems, unserer Konstanz und unseres Willens.»

Santeri Alatalo freut sich aufs Playoff. Auf die Frage warum Zug Meister wird, meint er gegenüber 20 Minuten: «Wegen unseres Spielsystems, unserer Konstanz und unseres Willens.»

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Die dominanteste Mannschaft der Quali. Punkterekord vom HC Davos aus der Saison 11/12 gebrochen und mit Abstand die beste Offensive der Liga gestellt. Aber auch defensiv waren die Zuger in der Quali eine Klasse für sich, haben sie doch nur 128 Treffer zugelassen. Einzig Lausanne hat noch drei Tore weniger bekommen. Der EVZ kann also mit einer breiten Brust in das Playoff-Viertelfinal starten. «Unser Spielsystem, unsere Konstanz und unser Wille», sagt Zug-Spieler Santeri Alatalo auf die Frage, warum der EVZ den Titel holt. Dazu komme, dass die Zuger vier Linien haben, die den Unterschied ausmachen können, so der Finne. Wie alle anderen Teams befindet sich auch der EVZ in der sogenannten Double-Bubble. Wie vertreibt man sich da die Zeit zu Hause? Alatalo hat die Antwort: «Kochen, lesen und auf das nächste Spiel vorbereiten.»

SC Bern

Die Berner haben eine schwierige Quali hinter sich, waren sie doch zeitweise sogar Letzter in der Liga. Dank der beiden Siegen gegen den HCD im Pre-Playoff haben sie sich aber trotzdem noch fürs Playoff qualifiziert. Jetzt wartet der EV Zug auf die Berner. Captain Simon Moser weiss, was auf die Berner zukommen wird: «Wir treffen auf ein sehr gutes Team, das in der Quali die ganze Liga dominiert hat. Es wird alles andere als einfach, doch wir werden parat sein und alles dagegensetzen, was wir haben.» Angesprochen auf den Zeitvertreib in der Double-Bubble sagt der Berner Captain, mit einem zwei Monate alten Baby zu Hause sei man immer auf Trab. Wie weit kommt also der Berner Schlittschuhclub? Schafft er ein kleines Hockey-Wunder und wirft den EV Zug im Viertelfinal raus? «Wir als Team sind es gewohnt, uns aus unangenehmen Situationen heraus zu kämpfen, das sehe ich als grossen Pluspunkt», sagt Moser auf die Frage, wo die Stärken der Berner liegen im Kampf gegen den Quali-Sieger Zug.

HC Lugano

Die Tessiner treffen auf die Lakers. Nach einer sehr guten Quali hat Lugano mit Sicherheit grosse Ziele. Der HCL schloss sie auf Rang 2 ab. In den letzten 10 Partien verlor der Club nur zweimal. Selbst der alles dominierende Quali-Sieger Zug hatte in den letzten 10 Spielen mehr Niederlagen zu verzeichnen (3). Man darf also gespannt sein, ob Lugano gegen die Lakers reüssieren – oder aber stolpern wird. Tatsache ist: Den neuen Verwaltungsrat des HC Lugano, Stephan Lichtsteiner, wird ein erfolgreiches Playoff freuen. Der Ex-Fussballstar, der nach einer erfolgreichen Karriere bei GC, Lille, Lazio Rom, Juventus Turin, Arsenal und Augsburg letzten Sommer seinen Rücktritt gab, wird während seines Praktikums als Uhrmacher mit Sicherheit Zeit finden, Spiele des HC Lugano zu schauen.

Rapperswil-Jona Lakers

Die Lakers sind happy. Das ist verständlich. Sie spielen im Playoff! «Wir sind der Underdog, jetzt können wir befreit aufspielen, der Druck liegt ganz klar bei Lugano», sagt Verteidiger Leandro Profico.

Die Lakers sind happy. Das ist verständlich. Sie spielen im Playoff! «Wir sind der Underdog, jetzt können wir befreit aufspielen, der Druck liegt ganz klar bei Lugano», sagt Verteidiger Leandro Profico.

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Die Lakers eliminierten im Pre-Playoff den EHC Biel und erkämpften sich somit einen der letzten zwei Plätze im Playoff. Saisonziel von Rappi war es, mindestens das Pre-Playoff zu erreichen. Somit haben die Ostschweizer ihr primäres Ziel schon übertroffen. «Wir sind der Underdog, jetzt können wir befreit aufspielen, der Druck liegt ganz klar bei Lugano», sagt Verteidiger Leandro Profico. Weiter betont der Bündner in den Diensten der Lakers, dass sie immer als Einheit auf dem Platz stünden, das mache dieses Team aus. «Wir kämpfen auf dem Eis und spielen mit Herz, das ist es, was es im Playoff braucht.» Die Double-Bubble findet er ein gutes System, weil so schneller gehandelt werden könne und nur die betroffene Person in Quarantäne müsse und nicht die ganze Mannschaft. «Zu Hause bestimmt mein Sohn, was gerade so passiert, der hält mich schön auf Trab», so Profico. Und wenn er sonst mal Zeit habe, dann spiele er mit seinen Teamkollegen Call of Duty auf der Playstation.

Fribourg-Gottéron

Die Form bei Gottéron stimmt zur Zeit. Fünf der letzten sieben Quali-Spiele konnten die Freiburger für sich entscheiden. Nur gegen Quali-Dominator Zug setzte es zwei Niederlagen ab. Die Quali schlossen sie auf dem dritten Platz ab. Eine bessere Klassierung schaffte Gottéron zuletzt vor sieben Jahren. Fribourg-Gottéron wartet immer noch auf den ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Eine Waffe der Freiburger könnte das Powerplay sein. Sie haben das beste Überzahlspiel der Liga. Und ein weiterer Faktor könnte ihnen auch noch in die Karten spielen: die Disziplin. Mit 453 Strafminuten haben sie ligaweit die wenigsten Strafen in der Quali gesammelt. So sagt auch Sportchef Christian Dubé gegenüber 20 Minuten: «Wir glauben an unsere Chance, sonst müssten wir gar nicht antreten. Unsere Stärke ist unser Teamgeist.»

Genf-Servette

Die Genfer schafften mit dem sechsten Platz die direkte Qualifikation für die Playoffs, auch wenn es bis zum Schluss ein knapper Kampf war. Somit befindet sich Genf-Servette schon länger im «Playoff-Modus». Noah Rod, Captain der Genfer, sieht vor allem im breiten Kader einen Vorteil. «Wir haben einen super Mix aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern und wir sind im Stande, ein physisch geprägtes Hockey zu spielen.» Während der Freizeit in der Double-Bubble studiert der Genfer und ruht sich so gut wie möglich aus, um wieder fit für die nächsten Spiele zu sein. Und warum wird Genf-Servette Meister? «Wir haben eine talentierte Mannschaft und einen super Goalie», so Rod.

Lausanne HC

HCL-Captain Mark Barberio sagt, dass sein Team jede Mannschaft bezwingen kann: «Wenn wir diszipliniert auftreten und unser Spiel durchziehen können, kann die Reise für uns weit gehen.»

HCL-Captain Mark Barberio sagt, dass sein Team jede Mannschaft bezwingen kann: «Wenn wir diszipliniert auftreten und unser Spiel durchziehen können, kann die Reise für uns weit gehen.»

Thomas Oswald/freshfocus

Lausanne trifft im Playoff-Viertelfinal auf die ZSC Lions. Obwohl die Romands nach der Quali weniger Punkte als die Zürcher aufweisen, landeten sie auf Platz 4 und somit vor den Lions. Das, weil sie einen besseren Punkteschnitt aufwiesen als die Zürcher. HCL-Captain Mark Barberio sagt, dass sein Team jede Mannschaft bezwingen könne: «Wenn wir diszipliniert auftreten und unser Spiel durchziehen können, kann die Reise für uns weit gehen.» Wenn Lausanne einmal das Momentum auf seiner Seite habe, sei es schwer zu stoppen und könne jeden Gegner schlagen. Angesprochen auf die Double-Bubble sagt der Kanadier: «Die Playoff-Zeit ist eine sehr intensive Zeit, man muss auf seinen Körper achten und sich gut erholen zwischen den Spielen und den Trainingseinheiten.»

ZSC Lions

Die Zürcher sind zuletzt ein wenig aus dem Tritt geraten. Wie schnell finden sie wieder auf die Erfolgsspur zurück im Playoff-Viertelfinal? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Lions eine Schippe drauflegen können, wenn es darauf ankommt. Das sieht auch Reto Schäppi so. «Wir haben eine starke Mannschaft, offensiv aber auch defensiv, inklusive Torhüter. Dazu kommt, dass wir ein breites Kader haben, was extrem wichtig ist für die Playoffs.» Die Playoff-Paarung ZSC Lions gegen Lausanne gab es erst einmal 2014 im Viertelfinal. Die Zürcher holten danach den Meistertitel gegen Kloten im Final. Und noch etwas spricht für den ZSC: Mit Sven Andrighetto haben sie den Toptorschützen der Qualifikation in ihren Reihen, der NHL-Rückkehrer schoss 27 Tore und gab 28 Assists. Auch im Tor sind die Zürcher stark besetzt. Beide Goalies weisen eine Fangquote von über 90 Prozent aus.

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