Aktualisiert 24.10.2016 09:54

TopcornVier Studenten stellen Schweizer Popcorn her

Popcorn-Mais stammt meist aus dem Ausland. Vier Agronomie-Studenten wollen das ändern – und produzieren ihr eigenes Popcorn.

von
kaf
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Die vier Agronomie-Studenten Matthias Rutishauser, Anja Madörin, Nadja Schütz und Daniel Amgarten (von links nach rechts) produzieren Schweizer Popcorn.

Die vier Agronomie-Studenten Matthias Rutishauser, Anja Madörin, Nadja Schütz und Daniel Amgarten (von links nach rechts) produzieren Schweizer Popcorn.

zvg
Im April wurden der Mais gesät, nun ist er reif. Jeder Maiskolben wird von Hand geerntet.

Im April wurden der Mais gesät, nun ist er reif. Jeder Maiskolben wird von Hand geerntet.

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Ein Teil der Körner wird so verkauft, ein Teil wird in der Popcornmaschine zubereitet.

Ein Teil der Körner wird so verkauft, ein Teil wird in der Popcornmaschine zubereitet.

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Popcorn ist ein beliebter Snack, aber kein Schweizer Produkt. Der Mais wird im Ausland angebaut und kommt entweder in Form von Körnern zum Selbstmachen oder als fixfertiges Produkt in die Schweiz. Vier junge Agronomie-Studierende an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen wollen das ändern, wie der «Landwirtschaftliche Informationsdienst» berichtet – und produzieren mit Topcorn ein Schweizer Popcorn von der Aussaat bis zum Kaufregal.

Die Idee für Topcorn hatten Matthias Rutishauser, Nadja Schütz, Anja Madörin und Daniel Amgarten im März im Rahmen einer Projektarbeit an der HAFL. Innerhalb weniger Wochen entwarfen sie ihr Konzept, kauften das Saatgut und säten. «Der Mais braucht seine Zeit, um reif zu werden, deshalb mussten wir uns schnell entscheiden», sagt Rutishauser. Der Anbau sei nicht ganz

einfach gewesen, da Popcorn-Mais viel kälteempfindlicher ist als andere Sorten.

«Qualität ist sehr gut»

Ein halbes Jahr später können die vier 22- bis 25-Jährigen ihr Topcorn ernten. Sie rechnen mit einer Ernte von ungefähr einer Tonne Maiskörner auf 25 Aren Anbaufläche. Mit dem Resultat sind sie laut Rutishauser zufrieden: «Die Qualität ist sehr gut.» Die Kolben picken sie von Hand und trocknen sie während drei Tagen nach, denn: «Der Wasseranteil im Inneren der Körner muss etwa 14 Prozent sein, damit sie genau richtig aufgehen.» Die Kolben werden dann sanft gedroschen und die Körner entweder so verpackt oder in einer extra gekauften Popcorn-Maschine in den Geschmacksrichtungen süss, salzig oder süss und salzig angeboten.

«Die Rückmeldungen waren bis jetzt durchwegs positiv», sagt Rutishauser. Damit seien die vier selber etwas überrascht worden. Die Topcorn-Produkte kann man in rund 20 Hofläden, Kinos und Geschäften für fünf Franken pro Packung kaufen. «Wir haben gemerkt, dass die Konsumenten die Regionalität sehr schätzen.» So habe der Laden in Schneisingen AG, wo eines der beiden Felder liegt, bereits zum vierten Mal Nachschub bestellt.

Projekt dauert noch bis Januar

Noch ist die Ernte in Schneisingen und Liestal nicht abgeschlossen. «Wir müssen jetzt Gas geben, weil der Frost kritisch ist», so Rutishauser. Denn dann würden die Körner nicht mehr aufgehen. Auch sonst birgt der Anbau ein gewisses Risiko: «Je nach Saison und Witterung kann es in der Schweiz schwierig sein, optimalen Popcorn-Mais anzubauen.» Sie hätten glücklicherweise einen wettertechnisch guten August und September gehabt.

Im Januar geben die vier Studenten ihre Projektarbeit ab. «Wir sitzen dann zusammen und schauen, wie es mit Topcorn weitergeht», so Rutishauser. Sie können sich aber durchaus vorstellen, dass das Projekt eine Zukunft haben wird.

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