Hawaii, USA: Vier tote Schweizer – Crash-Pilot startete trotz schlechtem Wetter
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Hawaii, USAVier tote Schweizer – Crash-Pilot startete trotz schlechtem Wetter

2019 starben mehrere Menschen, darunter auch eine Schweizer Familie, als ein Helikopter auf der Pazifikinsel abstürzte. Der Crash, der wohl auf schlechtes Wetter zurückzuführen war, hätte verhindert werden können, haben die Behörden nun bekanntgegeben.

von
Patrick McEvily

2019 kam es auf Hawaii, USA, zu einem tödlichen Helikopterabsturz, bei dem auch eine vierköpfige Schweizer Familie ums Leben kam. 

20Min

Darum gehts

  • 2019 kam es auf Hawaii zu einem Helikopterabsturz mit tödlichem Ausgang.

  • Sieben Menschen verloren ihr Leben, darunter auch eine vierköpfige Schweizer Familie. 

  • Ein mit der Untersuchung des Falles beauftragtes Gremium hat nun erklärt, dass der Pilot sich unvorsichtig verhalten und die dafür zuständige Behörde ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt hat.

Der Unfall schockierte: Eine vierköpfige Schweizer Familie, die auf Hawaii in den Ferien war, kam bei einem Helikopterabsturz im Dezember 2019 ums Leben. Bei schlechter Sicht war das Fluggerät an der Küste der für ihre steilen Klippen bekannten Insel Kauai unterwegs, als es abstürzte. Neben der Familie starben auch zwei weitere Gäste sowie der Pilot. Das mit der Untersuchung beauftragte National Transportation Safety Board (NTSB) hat nun unter anderem befunden, dass der Pilot fahrlässig agierte und Wetterwarnungen vernachlässigte. Darüber berichtet der US-Radiosender NPR.

Flugbehörde installiert Wetterkameras auf Hawaii

Beim Unfallpiloten handelte es sich um einen 69-jährigen erfahrenen Mann, der allerdings kein tadelloses Arbeitszeugnis hatte. 2010 wurde ihm Lizenz entzogen, nachdem er bei einem Drogentest positiv auf Marihuana getestet worden war. Erst 2012 durfte er wieder fliegen. In den darauffolgenden Jahren war er für das Rundflugunternehmen Safari Avation tätig. Am Tag des Unfalls herrschten schlechte Wetterbedingungen. Gemäss den Ermittlern ist dies in den Wintermonaten häufiger der Fall. Andere Piloten hatten ihre Flüge aufgrund von Nebel, Regen und schlechter Sicht wieder abgebrochen.

Neben der Rüge für den verstorbenen Piloten gehen die Experten und Expertinnen des NTSB aber auch mit der für die Flugsicherheit im Land beauftragten Federal Aviation Agency (FAA) hart ins Gericht. Diese soll touristische Flugangebote, wie dasjenige von Safari Helicopters, bislang nicht genügend kontrolliert und die Navigierfähigkeiten von Piloten in der Branche bei Schlechtwetterverhältnissen nicht überprüft haben. Gegenüber NPR erklärt ein Mitglied des Gremiums: «Dieser Unfall hätte zu 100 Prozent verhindert werden können.»

Gemäss der NTSB wies der abgestürzte Helikopter keine technischen Mängel auf. Die Behörde konnte jedoch auch nicht abschliessend klären, wie es zum Unfall kam. Denn der Helikopter verfügte über keine Blackbox. Die FAA hat unter anderem mit zusätzlicher Infrastruktur auf Hawaii auf den tödlichen Unfall reagiert. So wurden bereits mehrere Wetterkameras auf den sechs Inseln der Gruppe installiert, über 20 sollen übers kommende Jahr folgen. In Alaska besteht ein solches System schon.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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