Die ersten Bilder: Vier von 33 Kumpel sind wieder oben
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Die ersten BilderVier von 33 Kumpel sind wieder oben

Nach 69 Tagen in 620 Metern Tiefe ist um 05.12 Schweizer Zeit der erste von 33 verschütteten chilenischen Bergleuten gerettet worden. Inzwischen sind bereits vier Kumpel frei.

Der 31-jährige Florencio Avalos erreichte als Erster mit Hilfe einer Rettungskapsel unter dem Jubel von zahlreichen Angehörigen die Erdoberfläche.

Die rund vier Meter lange Kapsel mit einem Durchmesser von 53 Zentimeter brachte ihn kurz nach Mitternacht Ortszeit (05.12 Uhr Schweizer Zeit) an die Oberfläche.

Avalos wirkte beim Aussteigen aus der Kapsel ruhig und bei guter Gesundheit. Als erstes umarmte er Familienangehörige, dann auch den chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera, der am Rettungsschacht auf ihn gewartet hatte. Anschliessend begab er sich zur ärztlichen Kontrolle.

Grosse Freude

Als zweiter kam dann Mario Sepúlveda. Er erreichte um 1.09 Uhr Ortszeit (6.09 Uhr Schweizer Zeit) die Oberfläche. Am Ausgangsschacht nahm er seine Frau überglücklich in die Arme. Noch überschwänglicher umarmte er Präsident Piñera.

Der 40-Jährige war ausgelassen vor Freude und wirkte bei bester Gesundheit. Er schrie sein Glück heraus und feierte mit den Rettern.

Sepúlveda war der Öffentlichkeit durch viele Videos bekannt geworden, in denen er über das Leben der verschütteten Kumpel berichtet hatte.

Die beiden ersten Geretteten begaben sich nach der Begrüssung in die Obhut der Ärzte. Alle Kumpel sollen für zwei Tage in einem Spital unter medizinischer Beobachtung bleiben. Experten rechneten damit, dass manche der Bergleute psychische Probleme bekommen werden.

Nummer Drei ist wohlauf

Um 07.09 Uhr befreien die Helfer Juan Illanes aus der Kapsel, während seine Frau sprachlos zuschaut und Tränen vergiesst. Auch der dritte gerettete Minenarbeiter strahlt. «Eine gute Fahrt», sagt er zu den Helfern. Nach anfänglichem Zögern schliesst er seine Frau in die Arme, danach den Präsidenten.

Juan Illanes scheint äusserlich bester Gesundheit, dennoch wird er nach der Begrüssung auf eine Trage geschnallt und von Sanitätern zur Erstuntersuchung gefahren.

Auch Nummer Vier gehts gut

Als vierter Mann ist der einzige Bolivianer unter den Verschütteten ans Tageslicht geholt worden: Carlos Mamani wurde nach der erfolgreichen Bergung von seiner Frau Veronica begrüsst. Der chilenische Präsident Sebastian Piñera und seine Frau schwenkten kleine bolivianische Flaggen. Mamani, der seine Arbeit in dem Bergwerk erst kurz vor dem Grubenunglück aufgenommen hatte, zeigte auf die chilenische Flagge auf seinem T-Shirt und rief: «Danke, Chile!»

Kapsel ist etwas beschädigt

Die Rettungsaktion war am Dienstag Ortszeit wegen zusätzlich notwendiger Installationen und Tests zunächst um zwei Stunden verschoben worden. Bei der ersten unbemannten Testfahrt wurde die Kapsel leicht beschädigt, so dass sich die Rettungsaktion weiter verzögerte.

Die kleine Gold- und Kupfermine San José am Rande von Copiapo in der Atacama-Wüste war Anfang August eingestürzt. Nachdem von den 33 verschütteten Bergleuten zunächst jedes Lebenszeichen fehlte, wurden sie nach gut zwei Wochen lebend geortet. Seitdem wurde mit mehreren Bohrern an einem Rettungsschacht für sie gearbeitet.

(sda)

Live dabei:

Nach 69 Tagen in einem 620 Meter tiefen Schacht werden am 13. Oktober die 33 eingeschlossenen chilenischen Bergarbeitern geborgen worden. 20 Minuten Online sendet live.

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