Zürich : Viermal brennts beim gleichen Haus – wegen E-Bike-Akkus

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Zürich Viermal brennts beim gleichen Haus – wegen E-Bike-Akkus

Gleich vier Mal brannte es in einem Veloverleih in Zürich Wiedikon. Der Hauptsitz liegt mitten in einem Wohnquartier.

von
Sven Forster
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Innert kürzester Zeit musste die Feuerwehr mehrfach beim Sitz des E-Bikes-Verleihers Bond vorfahren.

Innert kürzester Zeit musste die Feuerwehr mehrfach beim Sitz des E-Bikes-Verleihers Bond vorfahren.

Da sich mehrere gebrauchte Akkus selbst entzündeten, kam es zu einer Rauchentwicklung.

Da sich mehrere gebrauchte Akkus selbst entzündeten, kam es zu einer Rauchentwicklung.

Die Nachbarn,des in einem Wohnhaus liegenden Unternehmens haben Angst um ihre Wohnungen.

Die Nachbarn,des in einem Wohnhaus liegenden Unternehmens haben Angst um ihre Wohnungen.

Darum gehts

  • In einem E-Bike-Verleih brennt es regelmässig.
  • Der Hauptsitz der Firma liegt in einem Wohnquartier.
  • Das Unternehmen möchte nun die Akkus in einem Industriequartier lagern.

Und wöchentlich grüsst das Murmeltier – respektive die Feuerwehr. Viermal seit Juni rückten die Rettungskräfte zu einem Hof eines Wohnhauses in Wiedikon aus. Der Grund dafür: brennende Batterien eines Veloverleihs.

Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, lädt der E-Bike-Verleiher Bond seine Velo-Akkus auf. Rund 600 Velos hat das junge Unternehmen im Angebot. In der Filiale werden die Batterien aussortiert, die nicht mehr wunschgemäss funktionieren. Wie Bond-Chef Tom Marty gegenüber der Zeitung sagt, werden diese Akkus in einem speziellen Brandschutz-Fass im Innenhof aufbewahrt.

Gleich drei dieser Akkus haben sich im letzten Monat selbst entzündet und für eine stärkere Rauchbildung und die Alarmierung der Feuerwehr gesorgt. Die Bewohner haben Angst, dass durch die Velo-Akkus ihre Wohnung in Brand geraten könnte. Ein Nachbar sagt: «Eine Firma mit einem solchen Feuerrisiko gehört nicht in ein Wohnquartier.» Schon im Januar gab es im Keller der Firma einen Brand aufgrund eines technischen Defekts. Der Rauch sei damals das Treppenhaus hochgezogen, die Bewohner durften stundenlang nicht ins Haus hinein.

«Wegen Rauch gefährlich gewirkt»

Tom Marty möchte nun reagieren. Nachdem in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr auch eine neue Lagermethode der Batterien nicht funktionierte, will der die Lagerung in ein Industriegebiet verlegen. «Wir stehen bereits in Kontakt mit möglichen Vermietern», sagt Marty. Der Bond-Chef betont jedoch, dass für die Bewohner nie eine Gefahr bestand. «Wegen des Rauches habe das Ganze wohl gefährlich gewirkt, aber die Behälter seien feuerfest», sagt Marty. Dies bestätigt auch Jan Bauke, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr.

Brände von Lithium-Ionen-Akkus sind keine Seltenheit mehr. Bauke: «Diese Akkus sind kleine Chemiewerke. Schon bei leichten Defekten können sie sich entzünden.» Sie stellen für die Feuerwehr eine wachsende Herausforderung dar. Grundsätzlich seien Velos allerdings nicht gefährlich. Wieso die Bond-Batterien häufig brennen, ist noch unklar. Laut Marty laufen die Untersuchungen.

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