Aktualisiert 18.01.2011 21:17

Ständeratswahl in BernVierte Geige oder Zünglein an der Waage?

Ungleiche Spiesse im Ständeratswahlkampf: Marc Jost (EVP) nimmt bloss als Zaungast am Rennen um den Sitz teil

von
Pedro Codes
Marc Jost (EVP).

Marc Jost (EVP).

«Alle Kandidaten sollen gleich behandelt werden», sagt EVP-Politiker Marc Jost. Der ehemalige Pfarrer kämpft nebst Adrian Amstutz (SVP), Christa Markwalder (FDP) und Ursula Wyss (SP) um Simonetta Sommarugas Ständeratssitz. Doch Jost spielt im Wahlkampf nur die «vierte Geige»: In der SF-»Arena» wurde er als Zweitklasskandidat auf die hinteren Ränge verwiesen, zu Podien wird der Thuner erst gar nicht eingeladen. Weil Amstutz und Wyss deshalb abgesagt haben, ist am Montag sogar ein Anlass geplatzt.

«Historisch konnte bei Personenwahlen noch kein EVP-Mann den grossen Parteien einen Sitz stehlen», sagt Politexperte Hans Hirter. Ist Josts Kandidatur also nur ein Witz? Hirter: «Garantiert nicht. Aber seine Partei profitiert mehr als er.» So könne sich die EVP bereits jetzt für die Nationalratswahlen positionieren.

Dabei könnte der Politiker der Kleinpartei wahlentscheidend sein. «Wenn er sich im zweiten Wahlgang nicht zurückzieht, kann er Adrian Amstutz zum entscheidenden Sieg verhelfen», prognostiziert Hirter.

Läuft der Wahlkampf fair?

Christa Markwalder: «Die EVP ist spät ins Rennen eingestiegen. Da waren einige der Veranstaltungen bereits organisiert.»

Ursula Wyss: «Wird ein Kandidat nicht eingeladen, ist das höchst undemokratisch. Ob jemand chancenlos ist, entscheidet das Volk.»

Adrian Amstutz: «Für mich ist das grundsätzlich falsch. Die Kandidaten sollten alle die gleichen Chancen haben.»

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