Rüfenacht wehrt sich: «Vierte Linie? Ich höre immer nur vierte Linie»
Aktualisiert

Rüfenacht wehrt sich«Vierte Linie? Ich höre immer nur vierte Linie»

Cody Almond, Reto Schäppi und Thomas Rüfenacht. Die vierte Linie war der Dosenöffner beim 3:0 gegen Norwegen. Wobei vierte Linie Interpretationssache ist.

von
Marcel Allemann
Paris
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Freude herrscht: Die Schweizer Nati bezwingt Norwegen dank einem Doppelschlag durch Schäppi und Almond. Im Schlussdrittel krönt Pius Suter den 3:0-Sieg mit seinem ersten WM-Treffer.

Freude herrscht: Die Schweizer Nati bezwingt Norwegen dank einem Doppelschlag durch Schäppi und Almond. Im Schlussdrittel krönt Pius Suter den 3:0-Sieg mit seinem ersten WM-Treffer.

Keystone/Peter Schneider
Fels in der Brandung: Leonardo Genoni hütet anstelle von Hiller den Schweizer Kasten und hält diesen 60 Minuten lang dicht. Der Berner Meister-Goalie zeigt mehrere Glanzparaden, um sich den Shutout zu sichern.

Fels in der Brandung: Leonardo Genoni hütet anstelle von Hiller den Schweizer Kasten und hält diesen 60 Minuten lang dicht. Der Berner Meister-Goalie zeigt mehrere Glanzparaden, um sich den Shutout zu sichern.

Keystone/Peter Schneider
Verdienter Sieg: Die Eidgenossen zeigen einen soliden und konzentrierten Auftritt und punkten dank einem klaren Chancenplus vollkommen verdient.

Verdienter Sieg: Die Eidgenossen zeigen einen soliden und konzentrierten Auftritt und punkten dank einem klaren Chancenplus vollkommen verdient.

Keystone/Peter Schneider

Nati-Trainer Patrick Fischer sprach von der «vierten Linie, der nominellen vierten Linie», die das Momentum in diesem zähen Kampf gegen die Norweger auf die Seite der Schweizer zog. Cody Almond, Torschütze zum 2:0 und mit den Assists beim 1:0 und dem 3:0, meinte: «Wenn die vierte Linie Tore schiesst, ist das für das Team ein Bonus.» Und auch Reto Schäppi, dem das 1:o gelang, hatte keine Mühe damit, als Mitglied der vierten Linie bezeichnet zu werden: «Es ist schön, dass uns zwei Tore gelungen sind.»

Doch Thomas Rüfenacht wehrte sich mit seinem typischen Schalk in den Augen gegen diese Bezeichnung: «Vierte Linie? Ich höre immer nur vierte Linie. Ich fühle mich nicht, wie wenn wir eine vierte Linie wären! Weder Almond bei Servette noch Schäppi in Zürich und auch nicht ich in Bern sind Viertlinien-Spieler.»

«Sie spielen das gleiche Hockey, können den Gegner abarbeiten»

Es ist also alles reine Interpretationssache. Fakt ist aber, dass die Chemie in dieser vierten Linie – oder der Linie 1D – ausgezeichnet ist. «Sie spielen das gleiche Hockey, können die Gegenspieler abarbeiten und harte Arbeit zahlt sich nun einmal aus», freute sich Fischer für Almond, Schäppi und Rüfenacht. Sie, die in der NLA bei drei verschiedenen Clubs spielen, würden auch viel zusammen sprechen, sagt Schäppi. «Rüfenacht ist dabei ein ganz wichtiger Punkt, denn er ist sehr kommunikativ. Wir verstehen uns wirklich sehr gut.»

Rüfenacht wiederum bestätigt: «Wir reden jeden Morgen miteinander, auch vor jedem Bully im Spiel. Eine gute Kommunikation ist enorm wichtig und zwischen uns funktioniert diese. Und so ist es auch einfach, sich zu finden.»

«Ich habe viele blaue Flecken von Cody»

In der NLA-Meisterschaft sind diese harten Arbeiter des Öfteren Gegenspieler, die sich nichts schenken. «Ich mag diese beiden Typen und spiele gern gegen sie. Es ist immer hart gegen sie und wir haben auch viel Respekt voreinander. Ich habe schon viele blaue Flecken von Cody bekommen und er von mir, so glaube ich, und das ist auch gut so», sagt Schäppi mit einem Schmunzeln, «aber wir haben auch viel Respekt voreinander.» Und Rüfenacht bestätigt, dass er Schäppi und Almond während der Saison nicht sonderlich mag: «Meine Gegner habe ich nie gern, aber hier harmonieren wir ja gut.»

Almond, Schäppi und Rüfenacht. Drei kernige Typen. Sie haben dafür gesorgt, dass die Nati nach den Komplikationen gegen Slowenien mit dem unnötigen Punktverlust nun an dieser WM in Paris so richtig angekommen ist.

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