Hassverbrechen in Spanien - Viertes Mitglied des «Menschenrudels» verhaftet – er hatte Samuels Handy
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Hassverbrechen in SpanienViertes Mitglied des «Menschenrudels» verhaftet – er hatte Samuels Handy

Die spanische Polizei konnte einen vierten Tatverdächtigen im Tötungsfall des 24-jährigen Samuel Luiz festnehmen. Der Mann wird des Totschlags beschuldigt – er hatte das Handy des Opfers mit nach Hause genommen.

von
Karin Leuthold
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Samuel Luiz wurde in der Nacht auf den 3. Juli 2021 von einer Gruppe Menschen zu Tode geschlagen.

Samuel Luiz wurde in der Nacht auf den 3. Juli 2021 von einer Gruppe Menschen zu Tode geschlagen.

Facebook / Justicia para Samuel
Laut Zeugenberichten wurde der 24-Jährige aufgrund seiner Homosexualität angegriffen.

Laut Zeugenberichten wurde der 24-Jährige aufgrund seiner Homosexualität angegriffen.

Facebook / Justicia para Samuel
In den sozialen Netzwerken rufen nun LGBT-Organisationen zu Protestaktionen in ganz Spanien aus.

In den sozialen Netzwerken rufen nun LGBT-Organisationen zu Protestaktionen in ganz Spanien aus.

Facebook / Justicia para Samuel

Darum gehts

  • Der 24-jährige Samuel Luiz wurde im nordspanischen Galizien erschlagen, weil er schwul war.

  • Die Polizei hat bis anhin vier Tatverdächtige festgenommen.

  • Samuels Begleiterin an jenem Abend schildert, wie sie die Tat erlebte.

Die spanische Polizei hat in der Nacht auf Donnerstag ein viertes Mitglied des «Menschenrudels» verhaftet, das für den Tod von Samuel Luiz in La Coruña im nordspanischen Galizien verantwortlich ist. Der Mann im Alter zwischen 20 und 25 Jahren ist mit den drei anderen festgenommenen Tatverdächtigen befreundet.

In seinem Haus fanden die Polizisten und Polizistinnen das Handy des Opfers. Der Verhaftete wird nun des Totschlags und des Diebstahls beschuldigt. In den frühen Morgenstunden wurde der Mann befragt. Wie «El Mundo» berichtet, war er bis anhin der Einzige, der die Aussage nicht verweigerte. Der Inhalt seiner Aussage ist nicht bekannt.

Polizei schaut sich nun mehrere Stunden von Videomaterial an

Die Polizei versicherte von Anfang an, jedes einzelne Mitglied der Gruppe ausfindig zu machen, die in der Nacht auf Samstag den 24-jährigen Samuel zu Tode schlug. Das Opfer befand sich zusammen mit einer Freundin vor dem Eingang eines Nachtclubs und führte einen Videoanruf. Einer der Täter glaubte, von Samuel gefilmt zu werden. Er drohte: «Entweder hörst du auf zu filmen, oder ich bringe dich um, du Tunte.»

In ihren Ermittlungen untersucht die Polizei nun die Aufnahmen sämtlicher Überwachungskameras in der Distanz von 150 Metern, in der Samuel von der Gruppe gejagt und mit Fusstritten traktiert wurde. Auch die Handys aller Augenzeugen werden in die Ermittlungen einbezogen.

Freundin des Opfers gibt an, dass niemand Samuel half

Lina, die Freundin des Opfers, die während der Attacke dabei war, versichert gegenüber dem Sender Cadena Ser, dass es sich um einen homophoben Angriff gehandelt habe. «Ich sagte der Polizei, dass man alles andere ausschliessen könne», sagt Lina. Der Fall sei für sie «glasklar».

Samuel habe sich zuerst gar nichts gedacht, als er verbal von dem Angreifer beleidigt wurde, erzählt die Augenzeugin. «Er hat gar nicht darauf geantwortetDann ging alles sehr schnell. Samuel wurde ins Gesicht geschlagen und der Angreifer verliess den Tatort - um wenig später mit rund zwölf weiteren Personen zurückzukehren. Alle zusammen gingen dann auf Samuel los, während sie ihn anschrien: «Du Schwuchtel, du Hurensohn

Lina rief um Hilfe, doch ausser einem jungen Mann seien alle einfach dort gestanden, sagt sie. Erst als Samuel bewusstlos am Boden gelegen habe, hätte der Mob von ihm gelassen. Eine Ambulanz brachte Samuel ins Spital, wo er verstarb.

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Hier findest du Hilfe:

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Du-bist-du.ch, Beratung und Information

Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

Milchjugend, Übersicht von Jugendgruppen

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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