Viertes Unglück in zehn Tagen: Über 70 tote Kumpel in China
Aktualisiert

Viertes Unglück in zehn Tagen: Über 70 tote Kumpel in China

Einen Tag nach der Gasexplosion in einem Kohlebergwerk nahe Peking ist die Zahl der Toten auf 72gestiegen. Dies ist das vierte Grubenunglück in China innerhalb von zehn Tagen. Insgesamt kamen über 300 Arbeiter ums Leben.

Das jüngste Grubenunglück in China hat mindestens 74 Menschen das Leben gekostet. 32 Arbeiter wurden nach der Schlagwetterexplosion in einem Kohlebergwerk in der nördlichen Provinz Hebei noch vermisst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Donnerstag meldete.

Das früher staatliche Kohlebergwerk, das seit 2002 privat betrieben wurde, war laut Xinhua nicht für hohe Gaskonzentrationen bekannt.

Die Explosion war das vierte Grubenunglück in China in nur zehn Tagen. Bei drei vorausgegangenen Unglücken waren wahrscheinlich 229 Bergleute ums Leben gekommen. In einem anderen Bergwerk in Zentralchina wurde nach einem Wassereinbruch vor sechs Tagen immer noch nach 42 verschütteten Kumpeln gesucht.

Ein Mangel an Sicherheit, rückständige Ausrüstung und mangelnde Aufsicht durch Vetternwirtschaft und Korruption örtlicher Funktionäre sind die Hauptgründe für die Serie von Bergwerksunglücken in China.

Hinzu kommt der hohe Förderdruck wegen des Energiemangels durch die rasant wachsende chinesische Wirtschaft und die daraus resultierenden hohen Kohlepreise, die Bergwerksbesitzern satte Gewinne versprechen.

Viele Gruben überschreiten daher ihre zulässigen Kapazitäten und missachten die Sicherheitsvorschriften. Im vergangenen Jahr sind mehr als 6000 Tote allein in der Kohleförderung gemeldet worden. Doch werden noch lange nicht alle tödlichen Unglücke auch den Behörden gemeldet.

(dapd)

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