Aktualisiert 06.06.2005 13:32

Vierzehn Punkte gegen Saddam

Der frühere irakische Staatschef Saddam Hussein wird voraussichtlich in 14 Punkten angeklagt. Auf der Liste des Sondertribunals wird unter anderem der Gasangriff auf die kurdische Stadt Halabdscha mit 5000 Todesopfern 1988 genannt.

Auch die siebenmonatige Besatzung Kuwaits, die mit dem Golfkrieg 1991 zu Ende ging, und die Niederschlagung des schiitischen Aufstands im gleichen Jahr finden sich auf der Liste.

Die irakischen Behörden hoffen, dass mit dem Prozess gegen Saddam Hussein die Gewalt im Land zurückgeht. Unterdessen wurden bei einem Mörserangriff in der nordirakischen Stadt Mossul fünf Iraker getötet. Unter den Opfern waren zwei Kinder, wie die Streitkräfte am Montag mitteilten. Der Anschlag am Sonntagabend habe allem Anschein nach einer Polizeistation gegolten, doch sei das Geschoss auf ein Wohngebiet gefallen. Fünf Zivilpersonen seien in ein Krankenhaus gebracht worden und dort später ihren schweren Verletzungen erlegen. Ein Mitglied der verbotenen Baath-Partei von Saddam Hussein, Kasem Schelasch, wurde in Basra aus einem fahrenden Auto heraus erschossen, wie die Polizei erklärte.

In der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk wurde ein US-Soldat bei der Detonation eines am Strassenrand versteckten Sprengsatzes getötet. Der Anschlag galt einer Patrouille der US-Streitkräfte, wie ein Militärsprecher am Montag mitteilte. Damit sind laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AP seit Beginn des Krieges im März 2003 bereits 1.669 US-Soldaten im Irak ums Leben gekommen.

Die irakische Polizei tötete im Westen Bagdads einen Selbstmordattentäter. Sein Sprengsatz explodierte trotzdem und verletzte drei Polizisten und drei Passanten. Die US-Streitkräfte erklärten, die Hände des Mannes seien an das Lenkrad gefesselt gewesen. In dem gleichen Gebiet wurde ein Ägypter mit amerikanischem Pass erschossen.

Die Behörden in Mossul gaben die Festnahme eines Finanziers der Al Kaida im Irak bekannt. Mutlak Mamud Mutlak Abdullah, auch bekannt als Abu Raad, wurde bereits am 29. Mai festgenommen, wie die Behörden mitteilten. Er soll mit dem jordanischen Extremistenführer Abu Mussab al Sarkawi in Verbindung stehen.

Ein islamischer Geistlicher aus Australien erklärte unterdessen, er habe Bildmaterial des verschleppten Australiers Douglas Wood gesehen. Scheich Tadsch El Din al Hilaly sagte, Wood sei am Leben und in «ehrlichen Händen». Der Scheich bemüht sich um die Freilassung des 63-Jährigen, der seit Ende April vermisst wird. Die Verhandlungen seien in der entscheidenden Phase, sagte Al Hilaly: «So Gott will, wird Douglas in kurzer Zeit frei sein.» (dapd)

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