Viett-Auftritt als Eigentor?
Aktualisiert

Viett-Auftritt als Eigentor?

Nach dem Bericht von 20 Minuten
über den Auftritt von Ex-RAF-Terroristin Inge Viett hat sich gestern Luzerns Stapi eingeschaltet. Bei der Boa will man den Wirbel um den Auftritt nicht verstehen.

«Ich habe dem Veranstalter die Bedenken des Stadtrats mitgeteilt», sagt der Luzerner Stadtpräsident Urs W. Studer. Die ehemalige deutsche RAF-Terroristin Inge Viett (63) tritt morgen im Kulturzentrum Boa auf, was bürgerlichen Luzerner Politikern sauer aufstösst (20 Minuten berichtete).

Für die Boa könnte der Wirbel tiefgreifende Konsequenzen haben. «Was die Boa veranstaltet, ist keine Kultur. Der Stadtrat soll diese Lesung sofort absagen», sagt SVP-Grossstadtrat Yves Holenweger. Er prüft nun einen Vorstoss im Parlament zur vorzeitigen Schliessung der Boa. Sollte diese Realität werden, wäre für den Stadtpräsidenten klar: «Die Boa-Verantwortlichen hätten sich mit dieser Lesung ins eigene Fleisch geschnitten.»

Den Wirbel um die Veranstaltung kann Eugen Scheuch von der Boa nicht nachvollziehen. «Viett ist eine Zeitzeugin und hat schon oft an deutschen Unis oder in Zürich gelesen», sagt er und fügt an: «Eine Absage der Veranstaltung wäre eine Aufgabe der Redefreiheit.»

Mario Stübi

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