Ferrari der Woche: Vignales vorzeitiges Aus bei Ferrari
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Ferrari der WocheVignales vorzeitiges Aus bei Ferrari

Dieser Ferrari 212 von 1953 wurde von Vignale eingekleidet - er war das frühe Ende einer eigentlich guten Zusammenarbeit.

von
pru
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Der 212 war Anfang der 50er Jahre der meistverkaufte Ferrari - es gab ihn als Renn- und Strassensportwagen. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1953.

Der 212 war Anfang der 50er Jahre der meistverkaufte Ferrari - es gab ihn als Renn- und Strassensportwagen. Dieses Exemplar stammt aus dem Jahr 1953.

RM Auctions
Die Karosserie wurde von Vignale entworfen - und komplett in Alu ausgeführt. Alfredo Vignale wurde auch «der Mann mit dem Hammer» genannt.

Die Karosserie wurde von Vignale entworfen - und komplett in Alu ausgeführt. Alfredo Vignale wurde auch «der Mann mit dem Hammer» genannt.

RM Auctions
Der 2,6-Liter-V12 leistete in der Sport-Version etwa 170 PS. Damit schaffte der Ferrari schon vor mehr als 60 Jahren eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Der 2,6-Liter-V12 leistete in der Sport-Version etwa 170 PS. Damit schaffte der Ferrari schon vor mehr als 60 Jahren eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

RM Auctions

Ferrari war 1953 noch immer ein Kleinsthersteller. Doch das Modell 212, gebaut zwischen 1951 und 1953, war so ein bisschen der Bestseller jener frühen Jahre - rund 110 Stück wurden produziert. Der 212 ist zudem zusammen mit seinem grösseren Bruder, dem 225S, das letzte Ferrari-Modell vor dem grossen Durchbruch mit dem 250ern - und ein 212er war der erste Ferrari, an den Pininfarina seine Hände legte. Und schliesslich waren es zwei 212, die Ferrari 1951 den ersten Sieg bei der legendären Carrera Panamericana bescherten.

Modelle von Touring, Vignale, Ghia und Abbot

Es gab die 212 entweder als Export (wahrscheinlich 24 Exemplare), mit den geraden Chassisnummer, die bei Ferrari für die Rennfahrzeuge reserviert blieben, oder dann als Inter (84 oder 86 Stück), die Strassenfahrzeuge mit den ungeraden Chassisnummern. Gegen Ende des (kurzen) Lebenszyklus des 212 gab es dann noch eine zusätzliche Variante, die Inter Europa, wieder mit ungeraden Chassisnummern, aber dazu noch das Suffix «EU». Der Hubraum betrug bei den 212 genau 2562,51 ccm (Bohrung x Hub: 68 x 58,8 mm); eigentlich hätte er also 213 heissen müssen. Mit einem 32er-Weber-Vergaser und einer Verdichtung von 7,5:1 kam der Colombo-V12 auf etwa 130 PS. Doch die meisten Kunden wünschten sich auch bei den Inter ein paar Pferdchen mehr, und so gab es dann auch drei 36er-Weber, eine Verdichtung von 8,5:1 und dann rund 170 PS. Damit schaffte so ein rund 1000 Kilo schwerer 212 Inter, dessen Radstand 2,6 Meter betrug, problemlos 200 km/h und beschleunigte in 9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Während die ersten Strassenfahrzeuge von Ferrari zumeist von Touring eingekleidet worden waren, hatte zu Beginn der 50er-Jahre Vignale ein Hoch. Aber auch Touring karossierte so einige 212, Ghia durfte mittun, und sogar die Engländer von Abbot, die ein viersitziges, ziemlich hässliches Cabrio bauten. Es gibt nur wenige Ferrari, zu denen es in der einschlägigen Literatur so unterschiedliche Angaben gibt, wer denn nun wieviele der Fahrzeuge eingekleidet hat. Also sollte man sich nicht weiter auf dieses Thema versteifen.

Geneva-Coupés vom «Mann mit dem Hammer»

Wir zeigen hier ein sogenanntes «Geneva Coupé» . Sechs Stück davon wurden bei Vignale gebaut, alle 1953, sie gehörten alle zu den letzten hergestellten 212 Inter. Speziell an diesen Fahrzeugen ist das ziemlich dramatische Design, das Alfredo Vignale und Giovanni Michelotti den Wagen verpassten, das auch eine grosse Ähnlichkeit hat mit dem 340 Mexico von 1952. Man kann hier ausserdem gut erste amerikanische Einflüsse, vor allem von Harley Earl, sehen: kleine Flossen hinten, das flugzeugähnliche Dach. Die «Geneva Coupé», die so heissen, weil das erste Exemplar 1953 auf dem Auto-Salon von Genf ausgestellt worden war, wurden komplett in Alu eingekleidet - etwas, was Alfredo Vignale persönlich anscheinend so gut konnte wie kein anderer. Er trug auch den Übernamen «der Mann mit dem Hammer». Die Linien, sagt man, sollen Vignale und Michelotti gemeinsam in den Staub auf dem Boden der Turiner Vignale-Fabrik gezeichnet haben. Dieses Fahrzeug war einer der ersten Ferrari, der schon als Neuwagen ab Maranello in die USA verkauft wurde, an einen Alfred Momo aus New York.

Diese 212er waren ab 1951, wie eingangs erwähnt, die ersten Ferrari, die von Pininfarina eingekleidet wurden. Zuerst zeichneten die Turiner nur je ein Cabrio und ein Coupé, doch die eher strengen Linien gefielen dem Publikum bestens, und 1952/53 entstanden dann ungefähr 15 Pininfarina-Exemplare des 212 Inter. Für Vignale war das allerdings ein grosses Problem, denn sobald Pininfarina mit von der Partie war, hatte «der Mann mit dem Hammer» und seine Mitarbeiter gar nichts mehr zu berichten bei Ferrari. Es muss aber auch erwähnt sein, dass halt nicht alle Vignale-Ferrari besonders gelungen waren. Oder wie es der Ferrari-Kenner Marcel Massini einmal ausdrückte: «Es muss gesagt sein, dass einige Versionen ausserordentlich schrecklich aussahen.»

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