20.01.2016 05:46

Berner DiplomatenviertelVilla eines Bierbrauers steht zum Verkauf

14 Zimmer, 520 Quadratmeter Wohnfläche und 3139 Quadratmeter Grundstück: Die «Villa Bomonti» mit Baujahr 1918 steht zum Verkauf.

von
aha

«Das Haus ist einzigartig», so Makler Knut Seeger, der das alte Herrenhaus im Auftrag der bisherigen Besitzer verkauft. Im Inserat wird das Objekt als «absolut einzigartiges Bijou mit dokumentierter Historie» angepriesen. Es verfügt über 14 Zimmer – ohne Keller, Küche, Abstellflächen und Serviceräume.

Die Wohnfläche beträgt 520 Quadratmeter. Wem das nicht genügt: Das Dachgeschoss bietet Ausbaupotenzial. Auch auf fahrbare Untersätze muss der zukünftige Besitzer nicht verzichten – er kann bis zu zehn Autos im Hof und der Garage unterbringen. «Auf dem 3139 Quadratmeter grossen Grundstück bietet die Liegenschaft auch einen grosszügigen Architekturgarten mit Bassin», erzählt Seeger weiter.

Benannt nach dem Erbauer

Die Villa verfügt über eine Historie, die bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückreicht. «Der Erbauer war Walter Bomonti, welcher 1890 im heutigen Istanbul eine Bierbrauerei eröffnete und so zu grossem Reichtum kam.» Heute ist ein ganzes Viertel in Istanbul nach Bomonti benannt. Als der umtriebige Unternehmer 1910 wieder nach Bern zurückkehrte, liess er im Brunnadern-Quartier ein Herrschaftshaus bauen. «Damals war dort noch nichts ausser Landwirtschaft», so Seeger.

Heute trägt die Villa seinen Namen und befindet sich in nächster Nähe zu den Botschaften der Türkei, China, Brasilien und Saudi Arabien. Seit 1918 ist das Haus im Besitz der Familie Bomonti. «Bis 1952 wurde es von der Familie selbst bewohnt, danach wurde die Villa an verschiedene Botschaften als Residenz des Botschafters vermietet.» Die momentanen Besitzer wollen die Villa jetzt verkaufen, «da sie keinen Bezug mehr zur Stadt Bern haben», sagt Seeger.

Kaufpreis: «Mindestens 5 Millionen Franken»

Für das Objekt, dessen Preis nur auf Anfrage bekannt gegeben wird, muss tief in die Tasche gegriffen werden: «Es muss sicher mit mehr als fünf Millionen Franken gerechnet werden», schätzt Seeger. Den Preis rechtfertigt der Makler damit, dass das Objekt einzigartig sei und sehr aufwendig gebaut wurde: «Die Villa verfügt etwa über zahlreiche Verzierungen mit Sandsteinelementen.»

Ausserdem habe die Bauzeit etwa drei Jahre betragen und die Historie, die in dem Haus stecke, sei aussergewöhnlich. Das Haus sei für Schweizer Verhältnisse sehr günstig: «In Zürich oder Genf würde das Objekt wohl eher gegen 15 bis 20 Millionen Franken kosten.» Die Lage mitten in Bern sei ebenfalls sehr attraktiv.

Bereits gibt es mehrere hundert Interessenten. Gekauft hat das seltene Bijou aber noch keiner: «Da der Preis nur auf Anfrage verfügbar ist, rufen viele an, welche eine tiefere Preisvorstellung haben. Wer über ausreichend Kapital verfügt, muss auch noch die Renovationsarbeiten berücksichtigen», erläutert Seeger, der zuversichtlich ist, den richtigen Käufer zu finden. Renovationsbedarf bestehe vor allem im Bereich der Gebäudeisolation und der Badezimmer. Als Zielgruppe sieht Seeger beispielsweise Botschafter, die das Haus als Residenz oder für Repräsentationszwecke nutzen wollen, «aber auch ein herrschaftlicher Familiensitz ist denkbar.»

Schloss für 10 Millionen

Die Bomonti-Villa ist jedoch nicht das einzige Herrschaftshaus, das im Kanton Bern derzeit zu Verkauf steht. In Rümligen kann man gleich ein ganzes Schloss kaufen, berichtet die «Berner Zeitung». Für das Schloss muss ein Käufer mindestens 10 Millionen Franken auf den Tisch legen. Auch das Schloss Rümligen kann sich einer bewegten Vergangenheit rühmen: Ehemalige Bewohnerin war Madame de Meuron.

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