Brissago-Inseln: Villa Emden soll renoviert werden
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Brissago-InselnVilla Emden soll renoviert werden

Die Infrastruktur auf den Brissago-Inseln im Lago Maggiore soll für insgesamt 5,8 Millionen Franken modernisiert werden. Für knapp die Hälfte des Betrages kommt der Kanton Tessin auf. Das Geld ist vorab für die Renovierung der Villa Emden vorgesehen.

Geplant sind eine Erneuerung der sanitären und elektrischen Einrichtungen, der Heizung sowie der Fassade des Gebäudes, wie die Tessiner Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. An den Kosten der Sanierung beteiligen sich auch die Gemeinden Brissago, Ascona und Ronco sopra Ascona.

Neu geregelt werden auch die Besitzverhältnisse: Pro Natura und der Heimatschutz geben ihre Anteile gratis den übrigen Besitzern ab. Somit sind die drei Gemeinden sowie der Kanton Tessin künftig alleinige Eigentümer der beiden Inseln, die schon zur Römerzeit besiedelt waren.

Im Mittelalter standen hier zwei Kirchen, die Inselbewohner erreichten zeitweilig eine gewisse Autonomie gegenüber den Herren Mailands und später gegenüber den Eidgenossen.

Von 1885 bis 1927 gehörten die Inseln «San Pancrazio» und «Sant'Apollinare» der deutsch-russischen Baronin Antoinette de Saint Léger (1856-1948). Sie errichtete ein grosses Haus, einen botanischen Garten und einen Pavillon.

Als sie 1927 durch gewagte und unglückliche Spekulationen wirtschaftlich ruiniert war, verkaufte sie ihren Besitz an den deutsch-jüdischen Warenhaus-Millionär Max Emden (1874-1940). Dieser liess den Pavillon abreissen und errichtete eine neue Villa sowie eine Orangerie samt Hafen, welche bis heute bestehen.

Max Emdens Sohn verkaufte den Besitz 1949 an den Kanton Tessin, der die Inseln als botanischer Garten für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Eigentümer waren seitdem neben dem Kanton die Gemeinden Ascona, Brissago und Ronco sopra Ascona, der Schweizer Heimatschutz sowie Pro Natura.

(sda)

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