Denkmalschutz: Villa Galli bleibt von der Abrissbirne verschont
Aktualisiert

DenkmalschutzVilla Galli bleibt von der Abrissbirne verschont

Die Villa Galli auf dem Damm von Melide wird nicht abgerissen. Der aus dem Kosovo stammende Unternehmer und Politiker Behgjet Pacolli ändert seine Baupläne für ein Luxushotel. Er beugt sich damit dem Druck von Heimatschützern und Politikern.

Zusammen mit Vertretern des Kantons Tessin und der Gemeinde Melide wird Pacolli nun ein Projekt ausarbeiten, das eine Aufwertung des Parkes und der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Liegenschaft zum Ziel hat, wie die Tessiner Staatskanzlei am Dienstag mitteilte.

Ursprünglich wollte Pacolli das aus dem Jahr 1835 stammende Gebäude abreissen und stattdessen einen 17,5 Meter hohen Kubus mit 14 Luxussuites errichten. Grünes Licht dazu hatten ihm sowohl die Behörden der Gemeinde Melide als auch des Kantons erteilt.

Heimatschützer und diverse Politiker liefen gegen diese Pläne jedoch Sturm. Sie forderten ein Ende der Immobilienspekulation am Luganersee. Die noch vorhandenen historischen Bauten müssten erhalten bleiben, lautete der Tenor.

Die Villa Galli war vermutlich im 18. Jahrhundert auf einer Landzunge, die weit in den See hinaus reicht, errichtet worden. Noch vor dem Bau der Dammbrücke, die seit 1847 Melide mit Bissone verbindet, wurde das Gebäude nach Plänen des Architekten Leopoldo Galli zu einem Herrschaftshaus ausgebaut.

1951 wurde die Villa in ein Tanzlokal umgewandelt. Die Diskothek «LaRomantica» wurde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Selbst Filmstars wie Clark Gable vergnügten sich hier. (sda)

Deine Meinung