Villepin gibt Fehler zu
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Villepin gibt Fehler zu

Der französische Premierminister Dominique de Villepin hat Fehler bei der Durchsetzung seiner umstrittenen Arbeitsmarktreform eingeräumt.

Zugleich bedauerte er in einem Interview der Zeitung «Journal du dimanche», dass seine wahre Absicht missverstanden werde. Bei jeder politischen Handlung gebe es Fehler, sagte Villepin der Sonntagszeitung. «Der schlimmste und unverzeihlichste Fehler wäre jedoch, nichts gegen die Massenarbeitslosigkeit im Land zu unternehmen.»

Seit Wochen laufen Schüler und Studenten Sturm gegen das Gesetz zum Erstanstellungsvertrag (CPE), mit dem Villepin eine zweijährige Probezeit ohne Kündigungsschutz einführen und so neue Arbeitsplätze schaffen wollte. Sie werfen Villepin insbesondere vor, sein Gesetz ohne Dialog mit ihnen und den Gewerkschaften durchgepeitscht zu haben.

Staatspräsident Jacques Chirac will die Arbeitsmarktreform zwar unterschreiben, hat allerdings eine Entschärfung des CPE verlangt. So soll die Probezeit auf ein Jahr verkürzt und eine Begründungspflicht für Kündigungen eingefügt werden. Die Regierungspartei UMP muss nun einen neuen Gesetzentwurf erarbeiten und dem Parlament zur Abstimmung vorlegen. Auf die Frage, ob er sich dadurch desavouiert fühle, antwortete Villepin mit Nein. Er habe für Montag die Regierung einbestellt, um den Kurs in der Arbeitsmarktpolitik für die kommenden Monate festzulegen. (dapd)

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