Aktualisiert 28.11.2018 07:19

Bundesratswahlen

«Viola Amherd demaskierte sich als Mitverräterin»

Die SVP-Fraktion ist von Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter (FDP) hell begeistert. Viola Amherd traut die Fraktion hingegen nicht über den Weg.

von
B. Zanni
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Viola Amherd fiel bei der SVP-Fraktion mit zehn Stimmen durch.

Viola Amherd fiel bei der SVP-Fraktion mit zehn Stimmen durch.

Keystone/Jean-christophe Bott
Amherd gilt für viele Fraktionsmitglieder aber auch als zu links. «Heidi Zgraggen zeigte sich klar bürgerlicher als Viola Amherd», so Roland Rino Büchel.

Amherd gilt für viele Fraktionsmitglieder aber auch als zu links. «Heidi Zgraggen zeigte sich klar bürgerlicher als Viola Amherd», so Roland Rino Büchel.

Keystone/Alessandro Della Valle
«Beim Hearing demaskierte sie sich als Mitverräterin», sagt Barbara Steinemann.

«Beim Hearing demaskierte sie sich als Mitverräterin», sagt Barbara Steinemann.

Keystone/Alessandro Della Valle

Die SVP-Fraktion macht sich bei den Bundesratswahlen am 5. Dezember für FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter und CVP-Regierungsrätin Heidi Z'graggen stark. Karin Keller-Sutter loben die Mitglieder in den höchsten Tönen. «Sie hat einen tadellosen Auftritt hingelegt», sagt Claudio Zanetti. Mit ihrem akzentfreien Französisch habe sie zudem bei den welschen Kollegen punkten können. Auch passe ihm ihre Büchervorliebe. «Sie liest gerne wirtschaftsliberale Bücher wie jene von Thomas Sowell. Das spricht mich an.» Auch Barbara Steinemann sagt: «Karin Keller-Sutter lieferte zu allen Fragen die perfekte Antwort.» Bei der Fraktion holte die FDP-Ständerätin 38 Stimmen.

Verhaltener zeigen sich die Fraktionsmitglieder zur Wahl von Heidi Z'graggen, die auch 38 Stimmen erhielt. «Sie hatte einen erfrischenden Auftritt und es ist auch gar nicht schlecht, wenn jemand im Bundesrat sitzt, der noch keine Bundeshauserfahrung mitbringt», sagt Claudio Zanetti. Auch Barbara Steinemann bezeichnet ihren Auftritt als schlagfertig. «Damit bin ich aber eher in der Minderheit», sagt sie.

«Kein brillantes CVP-Ticket»

Laut Claudio Zanetti ist die Fraktion von den CVP-Nominationen im Grunde aber nicht begeistert. «Am liebsten hätte ich Gerhard Pfister auf dem Ticket gehabt.» Aber die Bundesratswahl sei nun mal kein Wunschkonzert, fügt Zanetti an. Auch Roland Rino Büchel sagt: «Die CVP hat kein brillantes Ticket – damit ist jeder einverstanden.» Z'graggen sei im Vergleich zu Viola Amherd lediglich das geringere Übel gewesen.

Viola Amherd fiel bei der SVP mit zehn Stimmen durch. «Beim Hearing demaskierte sie sich als Mitverräterin», sagt Barbara Steinemann. Als sie gefragt worden sei, wie sie am 11. Dezember 2007 bei der Abwahl von Bundesrat Christph Blocher (SVP) gestimmt habe, habe sie auf das Stimmgeheimnis verwiesen. «Da war vielen klar, dass sie uns in den Rücken gefallen war und Eveline Widmer Schlumpf und nicht Christoph Blocher unterstützt hatte.»

Amherd gilt für viele Fraktionsmitglieder aber auch als zu links. «Heidi Z'graggen zeigte sich klar bürgerlicher als Viola Amherd», so Roland Rino Büchel.

Wicki sei anbiedernd gewesen

FDP-Ständerat Hans Wicki erhielt 16 Stimmen. Laut den Fraktionsmitgliedern unterlag er vor allem, weil er mit dem hervorragenden Auftritt von Keller-Sutter nicht mithalten konnte. «Er redet kaum Französisch und Italienisch, was für einen Bundesrat ein Nachteil ist», so Zanetti. Steinemann passte sogar Wickis Hochdeutsch nicht. «Von einem Bundesrat erwarten wir ein geschliffenes Hochdeutsch und keinen hemdsärmeligen Auftritt.»

Viele Fraktionsmitglieder hätten ihn zudem als anbiedernd erlebt. Steinemann: «Er wollte sich Sympathien bei uns holen, indem er bereitwillig auf die Gemeinsamkeiten mit uns aufmerksam machte.»

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