«Charlie bit my finger – again» - Viraler Hit soll von Youtube verschwinden
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«Charlie bit my finger – again»Viraler Hit soll von Youtube verschwinden

Fast 900 Millionen Mal wurde das Video bereits angeklickt, nun wurde der NFT für 680’000 Franken versteigert. Damit dürften die Tage des Clips auf Youtube gezählt sein.

von
Jean-Claude Gerber
Ein Stück Internetgeschichte: Charlie beisst seinen Bruder Harry in den Finger.

Ein Stück Internetgeschichte: Charlie beisst seinen Bruder Harry in den Finger.

Screenshot: Youtube/HDCYT

Darum gehts

  • «Charlie bit my finger – again» wurde 2007 auf Youtube hochgeladen.

  • Inzwischen wurde der Clip 884,5 Millionen Mal angeklickt.

  • Am 23. Mai wurde der Non Fungible Token für 760’999 Dollar versteigert.

  • Die Familie Davies-Carr kündigte an, das Video von Youtube zu entfernen.

Es war vor 14 Jahren, als der einjährige Charlie seinen dreijährigen Bruder Harry immer und immer wieder in den Finger biss. Festgehalten wurde die Szene von ihrem Vater Howard Davies-Carr, der das Video anschliessend auf Youtube stellte – damit es auch die Paten der Jungs in den USA sehen konnten. So schuf er einen der ersten grossen Viralhits auf Youtube und damit ein Stück Internetgeschichte.

Jetzt hat die Familie Davies-Carr aus Grossbritannien den Hype um sogenannte Non Fungible Token (siehe Box) genutzt und die digitale Besitzurkunde des Clips versteigert. Das höchste Gebot kam vom User 3fmusic. Ihm war der NFT für «Charlie bit my finger – again» 760’999 Dollar wert, umgerechnet etwa 680’000 Franken.

Wer hinter dem Pseudonym 3fmusic steckt, ist unklar. Laut Spiegel.de wird er mit einer Musikproduktionsfirma in Dubai in Verbindung gebracht. 3fmusic ist jedenfalls kein unbeschriebenes Blatt in der Welt der NFTs. Er war es, der sich im April für 374’000 Franken die Besitzurkunde an der Vorlage für das «Disaster Girl»-Meme gesichert hatte.

Käufer darf Neufassung aufnehmen

Noch ist nicht klar, was 3fmusic mit dem Clip vor hat. Die Familie Davies-Carr hatte allerdings angekündigt, den Clip nach Abschluss der NFT-Auktion vom Netz zu nehmen. Wann es soweit ist, ist unklar. Noch ist das Originalvideo abrufbar. Allerdings ist es nicht mehr gelistet, kann also über die Suche nicht mehr gefunden werden. Zudem ist es mit dem Hinweis «Wartet auf NFT-Entscheidung» versehen.

Verpflichtet ist die Familie Davies-Carr indes nicht, das Video von Youtube zu entfernen. Denn trotz Verkaufs des NFT kann sie als Urheber des Werks weiterhin entscheiden, wo es gezeigt wird, schreibt die BBC. Ganz verschwinden wird das Video sowieso nicht. User haben bereits das Video heruntergeladen und ausserhalb von Youtube zugänglich gemacht.

Mit seinem Gebot hat sich 3fmusic übrigens nicht nur den NFT zu «Charlie bit my finger – again» gesichert, sondern darf auch eine Neufassung des Clips mit Charlie und Harry, inzwischen 15 und 17 Jahre alt, aufnehmen. Man darf gespannt sein, was dabei rauskommt.

Was sind NFTs?

NFT ist die Abkürzung für Non Fungible Token (nicht austauschbare Token). Vereinfacht gesagt sind NFTs Echtheitszertifikate für einzigartige, digitale Objekte. Sie weisen demnach den rechtmässigen Besitz an digitalen Bildern, Videos, Texten oder Musikstücken nach.
Hierfür nutzen NFTs die Blockchain – jene Technologie, auf der auch Kryptowährungen wie Bitcoin basieren. Dort wird der Besitzanspruch, also der NFT, nachvollziehbar abgespeichert.
Auf der Blockchain werden die Daten – anders als sonst im Internet – nicht an einem zentralen Ort gespeichert, sondern auf zahlreichen Rechnern gleichzeitig. Das macht sie sicher vor Angriffen und Fälschungen. NFTs gelten daher als fälschungssicherer Eigentumsnachweis.
Experten gehen davon aus, dass NFTs im Kunst- und Gamingbereich sowie bei Sammlern künftig an Beliebtheit gewinnen werden. Zudem könnten sie ganz neue Einnahmequellen für Anleger schaffen.

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