Aktualisiert 13.05.2020 08:52

Ausbreitung des Coronavirus

«Viren wurden von verschiedensten Orten in die Schweiz importiert»

Bio-Mathematikerin Tanja Stadler hat über 100 DNA-Proben von positiven Corona-Tests aus der Schweiz ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass die Viren von vielen verschiedenen Orten importiert wurden.

von
Monira Djurdjevic
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Das Coronavirus wurde laut einer nicht veröffentlichten Studie von vielen Orten in die Schweiz importiert.

Das Coronavirus wurde laut einer nicht veröffentlichten Studie von vielen Orten in die Schweiz importiert.

KEYSTONE
Dazu sagt Bio-Mathematikerin Tanja Stadler: «Es gab nicht den einen Schweizer Ausbruch. Die Viren wurden von verschiedensten Orten in die Schweiz importiert, und es gibt auch keinen Hinweis auf Infektionsherde in einzelnen Kantonen.»

Dazu sagt Bio-Mathematikerin Tanja Stadler: «Es gab nicht den einen Schweizer Ausbruch. Die Viren wurden von verschiedensten Orten in die Schweiz importiert, und es gibt auch keinen Hinweis auf Infektionsherde in einzelnen Kantonen.»

bsse.ethz.ch
Von einem grossen Diagnostiklabor erhielt Stadlers Team über 1000 DNA-Proben von positiven Corona-Tests aus der Schweiz.

Von einem grossen Diagnostiklabor erhielt Stadlers Team über 1000 DNA-Proben von positiven Corona-Tests aus der Schweiz.

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Darum gehts

• Laut Tanja Stadler von der ETH Zürich wurde das Coronavirus von vielen Orten in die Schweiz importiert.

• Dies zeigt eine erste vorläufige Analyse der Erbgutdaten von in der Schweiz zirkulierenden Coronaviren.

• Dafür hat die Bio-Mathematikerin 120 DNA-Proben von positiven Corona-Tests aus der Schweiz ausgewertet.

Eine erste vorläufige Analyse der Erbgutdaten von in der Schweiz zirkulierenden Coronaviren zeigt, dass das Virus von vielen Orten in die Schweiz importiert wurde. Das berichtete der «Tages-Anzeiger». Tanja Stadler, Bio-Mathematikerin an der ETH Zürich, sagte in einer Onlinevorlesung am Dienstag dazu: «Es gab nicht den einen Schweizer Ausbruch. Die Viren wurden von verschiedensten Orten in die Schweiz importiert, und es gibt auch keinen Hinweis auf Infektionsherde in einzelnen Kantonen.»

Von einem grossen Diagnostiklabor erhielt Stadlers Team über 1000 DNA-Proben von positiven Corona-Tests aus der Schweiz. Für diese neue, noch nicht veröffentlichte Studie konnte die Bio-Mathematikerin bisher 120 DNA-Proben auswerten. Laut dem «Tages-Anzeiger» zeigten die Proben bezüglich ihrer Genom-Sequenzen (Abfolge der Bausteine im Erbgut) eine grosse Bandbreite.

Mithilfe der Genom-Analysen will Stadler auch herausfinden, wie bestimmte Mutationen das Virus verändern. Zudem möchte die Bio-Mathematikerin der Frage nachgehen, wann das Virus erstmals in der Schweiz auftauchte. Zwar wurde der erste Corona-Fall offiziell am 25. Februar im Tessin bestätigt, doch laut Stadler könnte es durchaus möglich sein, dass das Virus bereits vorher in der Schweiz zirkulierte.

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