14.10.2020 08:30

Isabella Eckerle Virologin geht gegen Hassbotschaften von Corona-Skeptikern vor

Die Genfer Virologin Isabella Eckerle wird im Netz die Zielscheibe von diversen Corona-Skeptikern. Sie will nun gegen die Verfasser der Hassbotschaften vorgehen.

von
Sven Forster
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Prof. Isabella Eckerle, Leiterin Zentrum für Viruserkrankungen an den Universitätskliniken, wird im Netz angefeindet. 

Prof. Isabella Eckerle, Leiterin Zentrum für Viruserkrankungen an den Universitätskliniken, wird im Netz angefeindet.

KEYSTONE
Die Virologin, im Bild mit Daniel Koch und Patrick Mathis vom BAG, will gegen diese Hassbotschaften rechtlich vorgehen. 

Die Virologin, im Bild mit Daniel Koch und Patrick Mathis vom BAG, will gegen diese Hassbotschaften rechtlich vorgehen.

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Auf Twitter schreibt sie: «Jeder Angriff wird dokumentiert sowie an unsere Rechtsabteilung weitergeleitet. Mit Konsequenzen ist zu rechnen.»

Auf Twitter schreibt sie: «Jeder Angriff wird dokumentiert sowie an unsere Rechtsabteilung weitergeleitet. Mit Konsequenzen ist zu rechnen.»

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Darum gehts

  • Eine Schweizer Virologin geht gegen Hassbotschaften vor.
  • Sie wurde nach einem Auftritt in einer Talkshow mehrfach bedroht und beleidigt.
  • Dies ist kein Einzelfall.
  • Viele Virologen sind dem Hass im Netz ausgesetzt.

Nach einem Auftritt in der deutschen ZDF-Talkshow «Maybrit Illner» wird die Genfer Virologin mit Drohungen und Beleidigungen eingedeckt. Nun hat die 40-Jährige reagiert. Auf Twitter schreibt Eckerle: «Ich möchte alle Absender beleidigender und mir drohender E-Mails darauf hinweisen, dass dies in Deutschland und der Schweiz einen Strafbestand darstellt.» Eckerle weiter: «Jeder Angriff wird dokumentiert und an unsere Rechtsabteilung weitergeleitet. Mit Konsequenzen ist zu rechnen.»

Gegenüber «Watson» wollte sich Eckerle nicht zu den einzelnen Drohungen äussern. Sie habe derzeit aufgrund der steigenden Zahlen entschieden, ihre Medienpräsenz zu reduzieren und sich auf die Arbeit im Labor zu fokussieren.

Seit 2018 leitet die Deutsche Eckerle die Abteilung Infektionskrankheiten an den Universitätskliniken in Genf. Sie gilt als renommierte Virologin und Corona-Expertin. Im Interview mit dem ZDF sagte sie: «Wenn ich nach den Intensivbetten-Zahlen schaue und dann Massnahmen treffe, treffe ich die Massnahmen, die ich vor einem Monat hätte treffen müssen.» Ausserdem sprach sie über die Risikogruppen: «Es sind nicht nur die älteren Leute die als Risikogruppe gelten. Es ist meiner Meinung nach schwer zu sehen, wer als Risikopatient gilt.»

Wie «Nau» schreibt, kennt auch Martin Ackermann, Leiter der wissenschaftlichen Covid-19-Taskforce des Bundes, solche Drohungen. Ackermann: «Viele Mitglieder der wissenschaftlichen Task Force erhalten regelmässig Zuschriften mit Beleidigungen oder Belästigungen.» Ackermann bezeichnet dies als «inakzeptabel». Besonders da die Mitglieder der Task-Force dies freiwillig und ohne Entgelt ihre Verantwortung wahrnehmen.

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