THC-Verbot: Visa und Mastercard setzen CBD auf Blacklist

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THC-VerbotVisa und Mastercard setzen CBD auf Blacklist

Wer online CBD-Produkte verkaufen will, muss dies ohne Hilfe von Kreditkarten tun. Mastercard und Visa weigern sich, THC-haltige Produkte abzurechnen.

von
ann
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In der Schweiz sind gewisse CBD-Produkte zwar legal. Doch Mastercard und Visa verbieten die Abwicklung dieser Produkte über ihre Karten.

In der Schweiz sind gewisse CBD-Produkte zwar legal. Doch Mastercard und Visa verbieten die Abwicklung dieser Produkte über ihre Karten.

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So wurde die Firma Kingnature aufgefordert, ihr einziges CBD-Produkt aus ihrem Online-Shop zu entfernen. Tut die Firma das nicht, können Geschäfte des Onlineshops nicht mehr über Visa oder Mastercard abgewickelt werden.

So wurde die Firma Kingnature aufgefordert, ihr einziges CBD-Produkt aus ihrem Online-Shop zu entfernen. Tut die Firma das nicht, können Geschäfte des Onlineshops nicht mehr über Visa oder Mastercard abgewickelt werden.

Am Schluss geht es um diese Pflanze. Dies hier ist eine Hanfpflanze der Firma Biocan. Sie enthält nur noch Spuren von THC. Amerikanischen Firmen sind auch diese Spuren zu viel.

Am Schluss geht es um diese Pflanze. Dies hier ist eine Hanfpflanze der Firma Biocan. Sie enthält nur noch Spuren von THC. Amerikanischen Firmen sind auch diese Spuren zu viel.

Keystone/Christian Beutler

Online-Shops sind verzweifelt. Die Nachfrage nach CBD-Produkten – seien es Blüten, Öl, Cremen, Pulver oder Kapseln – ist gross. Sie könnten derzeit extrem viel verkaufen. Doch jemand macht ihnen dabei einen Strich durch die Rechnung: Die Kreditkartenanbieter verweigern die Abwicklung.

Dahinter stecken die beiden grossen Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard. Da dies amerikanische Firmen sind, setzen sie auch auf US-Recht. Seit in der Schweiz CBD-Produkte verkauft werden dürfen, sind die Vertragspartner der Kreditkartenfirmen offenbar angewiesen worden, bei Shops mit CBD-Produkten keine Kreditkarten-Transfers mehr zu erlauben.

Vertragspartner sind verpflichtet, Online-Shops zu überprüfen

Dies bestätigt ein Bankeninsider, der für Kreditkartenfirmen Geschäfte mit Onlineshops abschliesst. «Mastercard und Visa haben Blacklists herausgegeben zu Produkten und Dienstleistungen, die nicht mehr über ihre Karten abgewickelt werden dürfen», sagt der Mann, der anonym bleiben will. Alles was THC enthalte, stehe auf dieser Blacklist. «Dazu gehören auch alle CBD-Produkte.»

Der Hintergrund sei, dass THC in den USA grundsätzlich verboten sei. «Es geht darum, dass die internationalen Firmen nicht wegen illegaler Geschäfte belangt werden wollen.» Die Richtlinien seien sehr strikt und es werde nicht diskutiert. Wer Mastercard oder Visa als Lizenzpartner in der Schweiz anbiete, sei verpflichtet, die Onlineshops auf illegale Produkte zu überprüfen.

«Wir werden aufgrund fremder Gesetze eingeschränkt»

Geschäftsführer Raffaele Carmine von der Firma Kingnature ist extrem empört über das Vorgehen von Visa und Mastercard: «Man ist dem einfach ausgeliefert, weil die Kreditkartenfirmen eine riesige Marktmacht haben», sagt er. Nur eines von 26 Produkten in seinem Shop enthalte CBD. Jetzt habe er die Wahl. Entweder entferne er das Produkt oder er könne alle Produkte nicht mehr über Kreditkarte abwickeln.

«Wir werden aufgrund fremder Gesetze eingeschränkt und haben keine Chance, irgendetwas zu bewirken», stellt Carmine fest. Er habe versucht, dem Vertragspartner von Visa und Mastercard in Deutschland klarzumachen, dass es sich bei seinen CBD-Kapseln um ein Produkt handle, das ein gültiges Verkehrsfähigkeitszertifikat für die Schweiz habe. «Das ist denen total egal, entscheidend ist nur, dass es minimale Spuren von THC enthält.»

«Wir beugen uns jetzt erst recht nicht»

Carmine weiss, dass Kingnature nicht die einzige Firma ist, die unter diesem Diktat leidet. Er hat darum beschlossen, die Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen. «Wir werden uns nicht beugen und nehmen CBD nicht aus dem Shop, jetzt erst recht nicht.»

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