Publiziert

B6 und B12Vitamin-B-Pillen steigern Risiko für Lungenkrebs

Nahrungsergänzungsmittel sind umstritten: Einige sollen wirkungslos sein, andere wie Vitamin B6- und B12-Präparate sind sogar gesundheitsschädlich.

von
fee
1 / 7
Mangelerscheinungen verhindern, die Körperabwehr stärken, Krankheiten vorbeugen: Wer Vitamintabletten einnimmt, will sich etwas Gutes tun. Doch Präparate mit hochdosiertem Vitamin B6 und B12 bewirken bei Männern offenbar das Gegenteil.

Mangelerscheinungen verhindern, die Körperabwehr stärken, Krankheiten vorbeugen: Wer Vitamintabletten einnimmt, will sich etwas Gutes tun. Doch Präparate mit hochdosiertem Vitamin B6 und B12 bewirken bei Männern offenbar das Gegenteil.

The Ohio State University Comprehensive Cancer Center
Laut einer Studie von Forschern der Ohio State University senken die Präparate beim starken Geschlecht das Lungenkrebsrisiko nicht, sondern erhöhen es.

Laut einer Studie von Forschern der Ohio State University senken die Präparate beim starken Geschlecht das Lungenkrebsrisiko nicht, sondern erhöhen es.

iStock/Utah778
Konkret: Nichtraucher, die über Jahre hinweg täglich ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis B6 oder B12 eingenommen hatten, erkrankten in der Folge doppelt so häufig an Lungenkrebs wie jene, die die Vitamine nicht eingenommen hatten.

Konkret: Nichtraucher, die über Jahre hinweg täglich ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis B6 oder B12 eingenommen hatten, erkrankten in der Folge doppelt so häufig an Lungenkrebs wie jene, die die Vitamine nicht eingenommen hatten.

Keystone/AP/A3929/_julian Stratenschulte

Wer Vitaminpillen einnimmt, hofft, seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Doch der Plan geht nicht immer auf. Im schlimmsten Fall können die Präparate sogar schaden – so wie jene, die hochdosiertes Vitamin B6 und B12 enthalten.

Das berichten Forscher der Ohio State University in ihrer im «Journal of Clinical Oncology» veröffentlichten Studie. Dieser zufolge senken die Präparate nicht – wie häufig vermutet – das Lungenkrebsrisiko, sondern steigern es. Allerdings nur bei Männern.

Fragen über Fragen

Das Team um Theodore Brasky wertete für die Arbeit die Daten von rund 77'000 Männern und Frauen aus, die zu Studienbeginn zwischen 50 und 76 Jahre alt waren.

Unter anderem ermittelten sie, ob und in welcher Dosierung die Teilnehmer in den letzten zehn Jahren Vitamin B6 oder B12 eingenommen hatten. Zudem prüften sie die Zahl der Lungenkrebsfälle.

Männer in Gefahr

Das Resultat: Die Männer, die über Jahre hinweg täglich ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis B6 oder B12 eingenommen hatten, erkrankten in der Folge doppelt so häufig an Lungenkrebs wie jene, die die Vitamine nicht genommen hatten.

Noch schlimmer fiel das Ergebnis für männliche Raucher aus: «Bei ihnen war das Risiko um das Drei- bis Vierfache erhöht», sagt Brasky in einer Mitteilung.

Bei Frauen blieb diese zuvor unerkannte Nebenwirkung aus. Warum das so ist, ist bislang unklar. Die Forscher vermuten, dass am Stoffwechsel beteiligte Geschlechtshormone eine Rolle spielen. Offen ist auch, warum Multivitaminpräparate, in denen B6 und B12 enthalten sind, das Lungenkrebsrisiko nicht erhöhen.

Viel hilft nicht viel

Aufgrund der erhobenen Daten raten die Forscher davon ab, hochdosierte Präparate einzunehmen – schon gar nicht über mehrere Jahre hinweg.

Eine höhere Dosierung «empfiehlt sich nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt – was in der Allgemeinbevölkerung weder bei Vitamin B6 noch bei B12 der Fall ist», kommentiert Tilman Kühn vom Deutschen Krebsforschungszentrum die Studie gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Einzig Veganern würde zur Aufnahme von B12 geraten, weil dieses Vitamin hauptsächlich über tierische Produkte aufgenommen werden kann.

Vitamin-B6 und -B21 ruinieren die Lunge

Nahrungsergänzungsmittel sind umstritten: Einige sollen wirkungslos sein, andere wie Vitamin B5- und B12-Präparate sogar gesundheitsschädlich. (Video: Ohio State University Comprehensive Cancer Center-James Cancer Hospital & Solove Research Institute)

Männer sollten sich bei Vitamin-B-Präparaten an die Dosierungsempfehlung halten. (Video: Ohio State University Comprehensive Cancer Center / James Cancer Hospital and Solove Research Institute)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.