Aktualisiert 27.08.2012 10:48

ForschungserfolgVitamin-B12-Mangel kann behandelt werden

Zürcher Forscher haben nachgewiesen, dass die seltene Stoffwechselkrankheit des B12-Mangels auf ein fehlendes Eiweiss zurückzuführen ist. Diese Erkenntnis öffnet die Tür für neue Behandlungsmöglichkeiten.

Durch die Zuführung von ABCD4-Eiweiss kann Vitamin-B12-Mangel behandelt werden.

Durch die Zuführung von ABCD4-Eiweiss kann Vitamin-B12-Mangel behandelt werden.

Vitamin-B12-Mangel trete zwar sehr selten auf, doch er habe schwerwiegende neurologische Symptome wie Herzprobleme zur Folge, erklärte Matthias Baumgartner vom Kinderspital der Universität Zürich gegnüber der SDA. Vitamin B12 kann nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Es wird mit der Nahrung aufgenommen. Beim Transport des Vitamins in die Zellen wirken zwei spezielle Eiweisse mit.

Und dass es zwei sind, ist die neue Erkenntnis, so eine Mitteilung der Uni Zürich vom Montag. Die Entdeckung gelang Wissenschaftlern des Zürcher Kinderspitals und der Uni Zürich zusammen mit einem internationalen Team. Damit ist der Weg für Diagnose und Behandlung der vererbbaren Stoffwechselkrankheit geebnet.

Fehlendes Eiweiss künstlich zugefügt

Schon vor drei Jahren hatte das gleiche Forscherteam entdeckt, dass das Vitamin zuerst von kleinen Membranbläschen aufgenommen wird. Von dort gelangt es mit Hilfe des Transporteiweisses CblF ins Zellinnere.

Nun haben die Forschenden herausgefunden, dass es auch noch ein zweites Transport-Eiweiss braucht, das Eiweiss ABCD4. Dieses war bisher als ABC-Transporter in anderen Zellorganellen bekannt. Seine Funktion war allerdings nicht ganz klar, wie es in der Mitteilung heisst.

Patienten mit Vitamin-B12-Mangel führten die Forschenden intaktes ABCD4-Eiweiss zu. Damit konnte man den Vitamin-B12-Transport in Gang bringen - und damit den Gendefekt ausgleichen. (sda)

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