Aktualisiert

Vize-Polizeichef mit 50 Kugeln getötet

In Mexiko haben mutmassliche Drogenbanden ihren Krieg gegen die Polizei verschärft. Sie töteten am Samstag zum sechsten Mal binnen einer Woche einen hochrangigen Polizeioffizier.

Die Angreifer passten am frühen Morgen den Vize-Polizeichef der Grenzstadt Ciudad Juarez vor seinem Haus ab und erschossen ihn. Die Attentate bedeuten einen Rückschlag für Präsident Felipe Calderon, der den Kampf gegen die gut ausgerüsteten Drogenkartelle und den florierenden Schmuggel von Kokain, Marihuana und Amphetamine in die benachbarte USA aufgenommen hat.

Todesliste

Die Angreifer eröffneten das Feuer auf den Vize-Polizeichef, als dieser aus seinem Pritschenwagen ausstieg. «Er kam von einem Treffen mit Familienmitgliedern und Freunden zurück und war in seinem Dienstwagen unterwegs, aber die bezahlten Killer haben auf ihn gewartet», sagte ein Polizeisprecher. Örtlichen Medien zufolge war die Leiche mit etwa 50 Kugeln durchsiebt.

Der Name des Polizeichefs stand ganz oben auf einer Todesliste, die Drogenhändler im Januar an einem Polizeidenkmal in Ciudad Juarez hinterlassen hatten.

Am Donnerstag war ein Führungsmitglied der Bundespolizei, vor seinem Haus getötet worden, vermutlich von Attentätern, die vom Drogenkartell im nordwestlichen Bundesstaat Sinaloa angeheuert worden waren.

Wenige Stunden später wurde ein Sohn des Chefs des Sinaloa-Kartells von einer rivalisierenden Bande erschossen. Medien zufolge waren an dem Angriff 40 Bewaffnete beteiligt. Die Polizei stellte 500 Geschosshülsen sicher.

Seit Anfang des Jahres sind dem Drogenkrieg rund 1100 Menschen zum Opfer gefallen. Calderon hat 25 000 Soldaten und Bundespolizisten für den Kampf gegen die Drogenbanden abgestellt. (sda)

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