Vize-Präsidentin von Kolumbien kritisiert Song von Latin-Star J Balvin scharf
Publiziert

J Balvin führt Frauen an der LeineVize-Präsidentin von Kolumbien kritisiert Video von Latin-Star scharf

Im Musikvideo zu «Perra» führt «Mi Gente»-Sänger J Balvin zwei Frauen an der Leine. Die Vize-Präsidentin von Kolumbien findet das «frauenfeindlich und machohaft».

von
Stephanie Vinzens
1 / 5
In seinem Musikvideo zum Song «Perra», auf Deutsch Hündin, hält J Balvin (36) zwei schwarze Frauen an der Leine. Die Vize-Präsidentin von Kolumbien findet den Song «unverhohlen frauenfeindlich, machohaft und rassistisch». 

In seinem Musikvideo zum Song «Perra», auf Deutsch Hündin, hält J Balvin (36) zwei schwarze Frauen an der Leine. Die Vize-Präsidentin von Kolumbien findet den Song «unverhohlen frauenfeindlich, machohaft und rassistisch».

Youtube/J Balvin
Hier im Hintergrund sind Frauen in Hunde-Makeup in Käfigen zu sehen. Neben dem Latin-Star steht Rapperin Tokischa (25), die im Song ebenfalls zu hören ist.

Hier im Hintergrund sind Frauen in Hunde-Makeup in Käfigen zu sehen. Neben dem Latin-Star steht Rapperin Tokischa (25), die im Song ebenfalls zu hören ist.

Youtube/J Balvin
Das Makeup der Darstellerinnen.

Das Makeup der Darstellerinnen.

Youtube/Screenshot

Darum gehts

  • Anfang September hat Latin-Star J Balvin (36) das Musikvideo zu «Perro» veröffentlicht.

  • Es hagelte Kritik, so seien sowohl die Lyrics des Songs als auch der Clip dazu sexistisch.

  • Nun äussert sich sogar die Vize-Präsidentin und Aussenministerin von Kolumbien dazu und kritisiert «Perra» scharf.

Frauen an der Leine, Frauen in Käfigen, Frauen im Hundehäuschen: Mit seinem Musikvideo zur Single «Perra», auf Deutsch Hündin, sorgt der kolumbianische Latin-Star J Balvin (36) für Empörung – nicht nur im Netz, sondern auch in der Regierung. Nun äussert sich sogar Marta Lucía Ramírez (67), die Vize-Präsidentin von Kolumbien, dazu und bezeichnet den Song des «Mi Gente»-Sängers als «unverhohlen frauenfeindlich, machohaft und rassistisch».

In einem am Dienstag veröffentlichten Statement hält die Politikerin fest: «Der Text des Liedes verletzt die Rechte der Frauen. Sie werden darin mit einem Tier verglichen, das dominiert werden soll.» Weiter kritisiert Ramírez auch die Szene, in der J Balvin zwei schwarze Frauen, die auf allen Vieren kriechen, an einer Leine führt.

Sie hält fest, dass damit eine Botschaft vermittelt werde, die Auswirkungen auf die Realität habe. In der kolumbianischen Stadt Medellín habe vergangene Woche etwa ein Mann auf der Strasse eine Frau in Unterwäsche an der Leine herumgeführt. Weitere Umstände sind nicht bekannt.

J Balvin findet «Perra» sogar feministisch

Der Song ist in Zusammenarbeit mit der dominikanischen Rapperin Tokischa (25) entstanden, die in der Vergangenheit schon mehrmals wegen ihrer expliziten Texte und Fotos kritisiert wurde. Im «Perra»-Clip zeigt sie sich unter anderem neben zwei Vierbeinern in einem Hundehäuschen und isst aus einem Fressnapf. Dazu rappt sie Zeilen wie «Ich bin eine streunende Hündin mit einer reinrassigen Pussy».

Weder sie noch ihr Song-Partner haben sich bisher zu den Vorwürfen geäussert. Kurz nach dem Dreh des Videos gab José Álvaro Osorio Balvín, wie der Musiker bürgerlich heisst, jedoch im September gegenüber «Remezcla» an, dass er den Song als eine Art Hymne für Gleichberechtigung sehe: «Männer und Frauen sind ebenbürtig und ich liebe es, dass wir diesen Song haben. Es ist doch so: Wenn Männer Player sein können, dann können Frauen das auch.»

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

0 Kommentare